Umwelt

Ein Besuch der Müngstener Brücke oder die Natur schützen? Ein Konflikt für Solinger

Dr. Jan Boomers mahnt zu anderem Umgang mit Natur.
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Dr. Jan Boomers mahnt zu anderem Umgang mit Natur.

Biologe Dr. Jan Boomers erklärt warum Tourismus und Naturschutz im Konflikt stehen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Breite Trampelpfade, Bade- und Picknick-Stellen an der Wupper, Mountainbiker – der Bereich rund um den Müngstener Brückenpark ist bei Touristen und zur Naherholung beliebt. Was diejenigen freut, die das Bergische als attraktive Freizeitregion positionieren möchten, verursacht bei Dr. Jan Boomers Sorgenfalten. „Der Mensch ist überall“, erklärte er. Die Folgen für die Natur: Wertvolle Biotope werden zerstört.

Der Geschäftsführer der Biologischen Station Mittlere Wupper war am Donnerstag im Ausschuss für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus zu Gast. Dort berichtete er von Konflikten zwischen dem „nachvollziehbaren Ansinnen“, Auswärtige in die Region zu locken, und dem Bewahren von Tieren und Pflanzen.

Dieses Dilemma veranschaulichte er am Beispiel eines Fauna-Flora-Habitat-Gebiets (FFH). Diese haben das Ziel, bedrohte oder sehr seltene Lebensräume und Arten zu bewahren. Drei dieser Flächen gibt es in Solingen: Teufelsklippen, Ohligser Heide, „Wupper von Leverkusen bis Solingen“.

Naturschutz bei Tourismus und Naherholung nicht vergessen

Letzteres grenzt an den Brückenpark. Jan Boomers zufolge sind dort unter anderem Eisvögel, Uhus, Schwarzspechte und Groppen heimisch. Hinzu kommen die Wupper sowie der schützenswerte Buchenwald. Das Problem: „Das Gebiet ist in einem extrem angespannten Zustand.“

Das liege einerseits am Klimawandel. Auf der anderen Seite führt der Biologe die Entwicklung auf die „Zunahme des regionalen und überregionalen Tourismus zurück“. Er fand deutliche Wort: „Die Besucherdichte ist jetzt schon hoch. Mehr geht nicht.“ Die Folgen bekommen vor allem Tiere zu spüren. Jan Boomers schilderte von Radfahrern überrollte Amphibien, zerstörte Laichgründe, verbreitete Krankheiten wie die Salamanderpest, vertriebene Uhus. „Es gibt kaum noch eine ruhige Stelle.“

Die Natur, die das Gebiet so attraktiv mache, brauche die Chance, weiter zu bestehen. Deshalb lehnt der Solinger eine „weitere Nutzungsintensivierung“ ab. Er plädiert dafür, „bei allen Maßnahmen für Tourismus und Naherholung den Naturschutz mitzudenken“. Zudem ermutigt Boomers die Stadt, an Förderprojekten teilzunehmen. Mit den Mitteln könnte man Hauptwege attraktivieren und Trampelpfade mit Bäumen oder Felsen versperren. Dies könnte dazu beitragen, Besucher zu lenken. „Das Ziel muss sein, dass sie das gar nicht merken.“

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