Pandemie

Quarantäne-Tagebuch: Zwei Wochen lang in den eigenen vier Wänden

ST-Fotograf Christian Beier mit Tochter Romy auf dem Weg zum Test in Bethanien. Foto: Christian Beier
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ST-Fotograf Christian Beier mit Tochter Romy auf dem Weg zum Test in Bethanien.

Wie ST-Fotograf Christian Beier die Quarantäne erlebt.

Bei einem Corona-Routinetest kam völlig unerwartet das Ergebnis „positiv“. Für ST-Fotograf Christian Beier und seine Familie bedeutet das: zwei Wochen lang Quarantäne in den eigenen vier Wänden. Von seinen Erfahrungen berichtet Christian Beier im Tagebuchformat.

Von Christian Beier

Solingen. Der Anruf kam unerwartet: „Ich bin positiv getestet“, gibt mir meine Frau Nadine mit bedrückter Stimme telefonisch durch. Ein absoluter Zufallsbefund. Sie ist symptomfrei und fühlt sich wohl. Ein Routinetest in der Wuppertaler Bethesda-Klinik vor einem kleinen Eingriff bringt die bestehende Corona-Infektion ans Licht.

Recht schnell wird klar, dass ich meinen ersten Fototermin an diesem Tag nicht wahrnehmen kann. Ich informiere meinen Redaktionsleiter, unser Sekretariat und die Schule unserer Tochter Romy. Auf dem Weg nach Hause sammele ich sie vor dem Schultor ein. Nun sitzen wir daheim. Eins ist sicher: unser Leben wird sich für die nächsten zwei Wochen in unseren vier Wänden abspielen.

Das Telefon klingelt unermüdlich, parallel zu diversen Textnachrichten. Es gibt einfach viel zu klären und zu regeln. Außerdem melden sich die ersten Freunde und Kollegen, die sich Sorgen machen. Das Bedürfnis richtig zu handeln, um weiterhin niemanden zu gefährden, steigt stetig.

Am nächsten Tag lesen wir uns online im ST-Archiv und weiteren Quellen alle nötigen Informationen durch. In Ruhe überlegen wir, wie wir daheim unser Leben organisieren und Abstand voneinander halten. Es besteht ja immer noch die Hoffnung, dass nur eine Person im Haushalt coronapositiv ist.

Über die Solingen-App landen wir morgens auf der Corona-Seite der Stadt und folgen den Fragen und Hinweisen. Bevor wir einen Testtermin machen können, werden wir gebeten, die Corona-Hotline der Stadt telefonisch zu kontaktieren. Erstaunlich schnell endet die Warteschleife und eine Frau sagt uns, dass wir erst handeln sollen, wenn uns das Gesundheitsamt dazu auffordert. Mir reicht das nicht. Über einen persönlichen Kontakt nach Bethanien erhalten Romy und ich die Aufforderung, zum Test zu kommen. Wir sind immerhin Erstkontakt einer Infizierten.

In Bethanien funktioniert alles perfekt und reibungslos. Es stehen etwa 20 Menschen vor uns in der Schlange. Eine freundliche junge Frau nimmt die Testung vor. Lediglich der Abstrich durch die Nase ist etwas unangenehm. Am frühen Nachmittag ruft eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes an und bittet eine Nachverfolgungsliste anzufertigen. Ab sofort ist die Quarantäne offiziell.

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