Zwei Klangwelten treffen beim Blind Date aufeinander

Alexander Morsey (l.) und Andreas Schaerer musizierten gemeinsam, ohne sich überhaupt zu kennen. Foto: Christian Beier
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Alexander Morsey (l.) und Andreas Schaerer musizierten gemeinsam, ohne sich überhaupt zu kennen.

60 Zuhörer genossen die Improvisation von Alexander Morsey und Andreas Schaerer am Lichtturm

Von Jutta Schreiber Lenz

Es gab viel begeisterten Applaus in der Mühlstein-Arena am Gräfrather Lichtturm. Das Konzert aus Jens Düppes „Blind Date“-Reihe, die durch das Kulturamt der Stadt Köln und durch die USB Stiftung Ratingen gefördert wird, war wie geschaffen für die Premiere für diesen besonderen Ort als Kulturstätte. Besonders war dabei nicht nur das Veranstaltungsformat, das zwei hochkarätige Musiker miteinander spielen lässt, die zuvor keine Ahnung haben, wer ihr Gegenüber sein wird.

Mit Alexander Morsey, der sowohl einen Kontrabass als auch ein Sousafon dabei hatte, und dem Schweizer Vokal-Spezialisten und Jazz-Sänger Andreas Schaerer hatte Düppe zwei Virtuosen in ihrem Fach miteinander verknüpft. Schnell hatten die beiden auf der kleinen Bühne klanglich Kontakt zueinander aufgenommen. Zupfend, brummend oder mit dem Bogen kratzend, stellte sich Morsey seinem Kollegen vor, der wiederum zunächst knappe Beispiele seiner Möglichkeiten ausprobierte und dem 60 köpfigen Auditorium schnell vermittelte, wie eindrucksvoll man schnalzen, gurren, glucksen oder pusten kann. Lauter, leiser, schneller oder langsamer: Allmählich fanden die beiden sich zuvor fremden Partner, den Weg zum „Wir“.

Mit sich spürbar steigernder Lust an dem gemeinsamen Experimentieren mit Tönen und Klängen wurde nicht nur die Atmosphäre auf der Bühne dichter, sondern auch das Band zum Publikum fester. Gut ausgestattet mit wetterfesten Jacken und zum Teil auch Decken trotzte es der ungemütlichen feuchten Witterung.

Musiker beziehen Umgebungsgeräusche mit ein

Immer launiger wurden die beiden Musiker und probierten sowohl Heiteres als auch Gesetzteres miteinander aus. Mal melodisch, mal bewusste Dissonanz, mal Klangfetzen, mal einzelner Ton: Die Farbpalette ihrer Kunst war vielfältig. Anfeuerndes Fußballspielgeschrei vom Sportplatz nebenan schmiegte sich phasenweise ebenso in die Improvisationen der beiden wie das lauthalse Krächzen eines Kakadus vom gegenüber liegenden Tierpark.

Am Schluss mischte sich sogar der Motorradlärm eines vorbeidonnernden Bikers mit dazu, der danach prompt von Andreas Schaerer imitiert und wie ein Karikaturbildchen ins künstlerische Programm eingeflochten wurde. Nach Abebben des Schlussbeifalls gab es Gelegenheit zu einem Umtrunk sowie einem Rundgang durch den Turm bis hoch hinauf in die Glaskuppel.

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