Zwei Fachleute zeigen im Online-Dialog Ideen für bessere Schultage auf

Andrea Daun und Jens Merten führten ein Fachgespräch über Anforderungen und Problemstellungen in der Schule heute. Das Video erscheint in Etappen wöchentlich auf YouTube. Screenshot/Video: dn/Cornelius Daun
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Andrea Daun und Jens Merten führten ein Fachgespräch über Anforderungen und Problemstellungen in der Schule heute. Das Video erscheint in Etappen wöchentlich auf YouTube. Screenshot/Video: dn/Cornelius Daun

Beraterin Andrea Daun und Bildungsverband-Chef Jens Merten haben sich ausgetauscht

Von Daniela Neumann

Auf dem YouTube-Kanal der pädagogischen Beraterin Andrea Daun aus Solingen läuft derzeit ein hochaktuelles Gespräch. Wöchentlich erscheinen Etappen aus einem Fach-Dialog mit Jens Merten. Im Verband Bildung und Erziehung ist er der Vorsitzende des Stadtverbandes Solingen. Als Erzieherin und Kita-Leiterin beziehungsweise als Grundschullehrer haben beide Einblicke in praktische Fragen im Schlüsselbereich Bildung.

Merten eröffnet den Austausch mit der Beobachtung, dass Kinder vermehrt ihre Bedürfnisse nicht regulieren könnten. Ein Beispiel dafür ist, dass einfach reingerufen wird, statt sich zu melden. Die fehlende beziehungsweise weniger stark als früher als vorhanden wahrgenommene Steuerfähigkeit ergründen er und Daun. Inwiefern sich auch Schule verändern könne, diese Frage gehört für Jens Merten dazu. Andrea Daun weiß aus ihrer Beratungstätigkeit, dass den Erwachsenen etwas fehle: „Wir trauen uns nicht, richtig Position zu beziehen.“

Eltern sollen das Vertrauen der Kinder nicht enttäuschen

Wichtig sei es, klar Orientierung zu geben – ohne dabei zu manipulieren oder zu werten. Erwachsene müssten klar machen: „Mir kannst Du vertrauen.“ Sobald Kinder ab frühestem Alter die Erfahrung gemacht hätten, dass ein Erwachsener nicht verlässlich in seinen Aussagen und seinem Handeln danach sei, würden sie sich woanders Vertrauen suchen, im Zweifel bei Freunden. Dabei sei es zu Beginn doch entscheidend, dass Erwachsene wie Leuchttürme Vorbilder seien, so Daun. Belohnungssysteme sehen sie und Merten dabei kritisch. Sie funktionierten wenn auch nur kurzfristig, berichtet Andrea Daun.

Grundsätzlich gehe es darum, sich als erwachsene Person zu überlegen: Was will ich eigentlich? Will ich etwa schreien? Und wenn ich keine andere Lösung selber finde, sei es sinnvoll, das ich mich beraten lasse.

Im Kita-Bereich gibt es etwa regelmäßige sogenannte Supervision. Und Jens Merten hat registriert, dass der schulpsychologische Dienst der Stadt sehr gute Arbeit mache gerade bei Schulungen für Lehrkräfte im Umgang mit dem Kind und im Umgang mit Eltern. Vorgeschaltet seien Entwicklungsgespräche von Schulleitungen mit Lehrkräften. Und sozialpädagogische Fachkräfte an den Schulen leisteten viel.

Entscheidende Kompetenz heute sei die Beziehung – Andrea Daun spricht eher von Begegnung. Dazu gehöre, als Erwachsener zuhören zu können, eine Rückmeldung zu geben, und sei es ein bewusstes Vertagen oder ein kurzes „Ich habe Dich gesehen“, flexibel zu sein, elastisch im Sprechen und Handeln, nachzuhören. Förderung für Kinder und Erwachsene wünscht sie sich da weiterhin.

Das ist eine Herausforderung im Alltag heute, der oft so durchgetaktet ist, da sind sie und Jens Merten sich einig. Die Lehrpläne seien größer als früher, es sei wesentlich mehr zu dokumentieren und insgesamt weniger Zeit, zählt Merten auf. Und ob der neuen Herausforderungen seien Lehrkräfte auf das alles nicht unbedingt vorbereitet, etwa im Umgang mit wütenden Eltern, weiß Daun.

Sie plädiert im Umgang für den Dialog. Und fürs Fragen. Beim Kind etwa: „Sag Du mir, was los ist, und dann sage ich dir, ob – und wie – ich dir helfen kann.“ Orientierung gebe sonst eine knappe Einschätzung. „Das reicht mir nicht.“ Dann kann das Gegenüber selbst auf eine Idee kommen.

www.youtube.com (Andrea Daun)

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