Geflüchtete aus der Ukraine, Afghanistan und Syrien

Zuzüge erhöhen Druck auf Solinger Wohnungsmarkt

Heute beherbergt dort die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft ihre Auszubildenden.
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Die frühere Jugendherberge Gräfrath wird als Notunterkunft vorbereitet.

2022 kamen 2100 Geflüchtete an – Jugendherberge Gräfrath wird als Notunterkunft vorbereitet.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die Strukturen in Solingen sind 2022 auf den Prüfstand gestellt worden. 2100 Geflüchtete kamen in der Klingenstadt an – mehr als 2016 und 2017. „Das war eine riesige Herausforderung“, zog Stefan Grohé, Leiter des Stadtdienstes Soziales, am Dienstag im Sozialausschuss ein Zwischenfazit. Weil mit weiteren Ankünften zu rechnen sei, werde die frühere Jugendherberge Gräfrath als Notunterkunft vorbereitet.

Allein im September und Oktober wurden der Klingenstadt je rund 200 Geflüchtete zugewiesen. Im Dezember sank die Zahl auf null – bis im Januar perspektivisch 168 weitere Zuzüge angekündigt wurden. Während Ukrainer 2022 rund drei Viertel der Geflüchteten ausmachten, steige nun der Anteil von Personen aus Staaten wie Syrien und Afghanistan.

Nach wie vor sei Ziel, Massenunterkünfte zu vermeiden, betonte Dezernent Jan Welzel (CDU). Stattdessen sollten die Betroffenen Grohé zufolge dezentral in der Stadt untergebracht werden, um die Integration zu fördern. Aber: „Das wird uns nicht gelingen.“ Die Kapazitäten seien erschöpft.

Deshalb hat die Stadt im Dezember das frühere Finanzamt an der Goerdelerstraße zu einer Notunterkunft umfunktioniert. Dort seien 30 bis 40 der 145 Plätze belegt. Um Puffer zu schaffen, werde die ehemalige Jugendherberge Gräfrath für bis zu 59 Menschen vorbereitet. Sie soll bei Bedarf kurzfristig in Betrieb gehen.

Wirtschaftsförderung arbeitet an Stellenportal für Geflüchtete

Zudem plant die Verwaltung zwei Übergangsheime in Holzbauweise an der Neuenkamper sowie der Nibelungenstraße. Laut Welzel laufe die Beschaffung, baurechtliche Fragen müssten geklärt werden. Bis zum dritten Quartal könne das dauern.

Der Dezernent erinnerte an vergangene Flüchtlingskrisen: „Es sind am Ende immer mehr Menschen geblieben, als zurückgegangen.“ Darum, erklärte Juliane Hilbricht als Leiterin des Stadtdienstes Wohnen, sei man bemüht, „dauerhafte Lösungen zu entwickeln“. Die große Zahl an Zuzügen verursache Druck auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt. Aufgabe der Stadt sei es, alle Gruppen – nicht nur Geflüchtete – im Blick zu behalten: „Wir müssen dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen.“

Gleichzeitig arbeitet Solingen daran, Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Auf Antrag der SPD-Fraktion berichtete Lea Pistorius im Ausschuss vom Projekt der Wirtschaftsförderung, ein auf diese Gruppe zugeschnittenes Stellenportal zu schaffen. Nach einer Testphase soll das Angebot nicht nur Ukrainern, sondern auch Menschen aus anderen Regionen offenstehen – und so Integration fördern und dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

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