Vorweihnachtszeit

Zusteller bringen in Solingen bis zu 18.000 Pakete täglich

Packstationen wie die am Gründer- und Technologiezentrum bieten Kunden flexible Abhol- und Abgabezeiten für die Päckchen. Foto: Christian Beier
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Packstationen wie die am Gründer- und Technologiezentrum bieten Kunden flexible Abhol- und Abgabezeiten für die Päckchen.

Post, Paketdienste und Paketstationen vor Ort zeigen sich für den Ansturm gerüstet

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. In gut vier Wochen ist Weihnachten, und die Suche nach Geschenken für Familie und Freunde nimmt jetzt so richtig Fahrt auf. Nicht nur Lieferengpässe etwa bei Spielwaren oder Elektrogeräten machen den Weihnachtseinkauf in diesem Jahr schwieriger. Auch Corona lässt viele wieder auf den Online-Kauf umsteigen. Hinzu kommen die privaten Weihnachtspäckchen, die kreuz und quer durchs Land geschickt werden. Berge von Kartons und Paketen – und Auslieferer, die alle Hände voll zu tun haben, werden somit auch in diesem Jahr wieder das vorweihnachtliche Bild prägen.

Für die Post und die Paket-Zustelldienste ist es das Hauptgeschäft des Jahres. „50 DHL-Paketzusteller haben alleine heute in Solingen über 10 500 Pakete zugestellt“, skizzierte Britta Töllner aus der Pressestelle der Deutsche Post DHL Group in der vergangenen Woche einen normalen Werktag in der Klingenstadt.

Bis Weihnachten werde man noch mit 15 zusätzlichen Kräften aufstocken. „Dann erwarten wir täglich 15 000 Pakete in Solingen.“ Hinzu kämen aktuell noch über 3400 kleinformatige Pakete, die von den rund 100 Brief- und Verbundzustellern in Solingen mit ausgeliefert werden.

Kleinformatige Pakete bringt jetzt der Briefträger mit

Insgesamt erwarten Post und DHL wieder ein „sehr starkes Weihnachtsgeschäft“, das aber nicht in der außergewöhnlichen Situation wie 2020 stattfinden werde, als der stationäre Handel ab Mitte Dezember pandemiebedingt geschlossen wurde. Trotzdem werde man das Vorjahresniveau möglicherweise leicht übertreffen, so Britta Töllner.

Für den November prognostiziert das Unternehmen einen Anstieg der Sendungsmengen um rund 8,5 Prozent, im Dezember werden Mengen erwartet, die auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr liegen. „Eine Maßnahme, das zu bewältigen, ist die Zustellung von kleinformatigen Paketen jetzt durch die Briefzusteller.“ Für das Vorweihnachtsgeschäft sucht die Post deshalb noch Verstärkung. „Bundesweit werden wir, wie in den Vorjahren, rund 10 000 Aushilfskräfte einsetzen“, so Töllner. Bewerbungen seien noch kurzfristig möglich.

Online bestellen und im Paket liefern lassen – das spielt nicht erst seit der Corona-Pandemie eine große Rolle. Damit zumindest ein Teil des Umsatzes nicht zu den großen Internet-Anbietern abwandert, sind auch Solinger Händler aktiv geworden. So gibt es im Walder Rundling beispielsweise eine Abholstation mit 30 Fächern. Die Idee: Die Geschäfte hinterlegen die Ware, die online, per E-Mail oder telefonisch von den Kunden bestellt wurde. Und der Kunde kann sie rund um die Uhr dort abholen.

Angelehnt ist die Idee an den Packstationen der Post, in denen Kunden auch Pakete verschicken oder abholen können, ohne zu Hause auf den Paketboten warten zu müssen.

Aber nicht nur die online bestellten Artikel lassen den November und Dezember zu den Pakete-Monaten des Jahres werden. „Bei uns fallen in dieser Zeit auch etwa genauso viele Pakete an, die von den Kunden aufgegeben und verschickt werden“, erzählt Eren Kalin, Inhaber des Kiosk Wald an der Friedrich-Ebert-Straße.

Schon jetzt sei der Ansturm wieder groß – wie jedes Jahr um diese Zeit. In dem Kiosk, der seit der Schließung der Walder Post die Deutsche Post-Filiale des Stadtteils beherbergt, wurden deshalb auch An- und Ablieferungstakte erhöht. „Sonst kommt der Paketwagen zweimal am Tag, jetzt in der Vorweihnachtszeit werden dreimal täglich Pakete von DHL gebracht und abgeholt“, so Eren Kalin.

In der Tintenstation samt Hermes-Shop an der Wuppertaler Straße sieht man dem Weihnachtsansturm gelassen entgegen. „Bei uns werden deutlich mehr Pakete zum Verschicken abgegeben als ankommen“, erklärt Mitarbeiter Chri-stian Sankowski.

Schlusszeiten

Abgabe: Für eine Zustellung bis zum 24. Dezember gibt die Post Einlieferungsschlusszeiten an.

Briefe: bis 22.12., europäisches Ausland bis 14.12.

Pakete und Päckchen: bis 20.12., Nachbarländer 15.12., Frankreich und Italien 14.12., andere europäische Länder 10.12.

Standpunkt

simone.theyssen-speich@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Simone Theyßen-Speich

Man muss nicht selbst Paketbote sein, um sich vorstellen zu können, welchen Stress der Beruf mit sich bringt – gerade in der Vorweihnachtszeit. In der Spitze 15 000 Pakete pro Tag in Solingen zu verteilen heißt 15 000 mal Pakete ausladen, klingeln, Treppen steigen – oder wieder verladen, wenn keiner zu Hause ist. Und oft gibt es noch Diskussionen, wenn die Lieferwagen enge Straße versperren, weil keine Zeit ist, das sperrige Auto auch noch einzuparken. Der Lieferverkehr ist ein Problem, das Stadt- und Verkehrsplaner auf dem Schirm haben müssen. In Höhscheid beispielsweise denkt Politik schon laut über einen zentralen Speditionshof zur Belieferung von Handel und Privatleuten nach. Und auch Verpackungsmüll – erst recht angesichts der explodierenden Papierpreise – ist ein Thema. Deshalb sollte vor jeder Online-Bestellung überlegt werden, ob der Artikel nicht doch im Handel vor Ort gekauft oder bestellt werden kann. Werden lokalen Handel nicht unterstützt, darf sich hinterher nicht beschweren, wenn er irgendwann die Türen schließt.

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