Nachruf

Zum Tod von Joachim Junker: Abschied von einem „Ohligser Jong“

Als leidenschaftlicher Karnevalist wird Joachim Junker wohl vielen Solingern in Erinnerung bleiben. Archivfoto: Christian Beier
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Als leidenschaftlicher Karnevalist wird Joachim Junker wohl vielen Solingern in Erinnerung bleiben.

Freunde erinnern sich an Joachim Junker, dessen Name immer mit dem Solinger Karneval verbunden bleiben wird.

Von Kristin Dowe

Solingen. Freunde und Wegbegleiter hatten es schon länger kommen sehen, und doch konnte dies den Schmerz über die traurige Nachricht kaum lindern: Das Herz des Solinger Karnevals hat aufgehört zu schlagen – Joachim Junker ist tot. In dieser Woche erlag der Vorsitzende und Präsident der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs sowie langjährige ehemalige Vorsitzende des Festausschusses Solinger Karneval (FSK) im Alter von 68 Jahren den Folgen eines Unfalls. Sein Name aber wird immer verbunden bleiben mit fröhlichen Festen und jeckem Treiben in der Klingenstadt.

„Der Karneval war Joachims große Liebe.“

Axel Hawranke, FSK-Vorsitzender und Freund

Denn das Leben zu feiern, diese Kunst war Joachim Junker in die Wiege gelegt. Einer seiner engsten Freunde, der amtierende FSK-Vorsitzende Axel Hawranke, kann das nur bestätigen: „Der Karneval war Joachims große Liebe. Es war schon phänomenal, was er so alles spontan aus dem Hut gezaubert hat.“ Beide hatten nach der Auflösung der damaligen Interessengemeinschaft Solinger Karneval (ISK) den FSK gegründet – ihre ähnliche Art, Probleme anzugehen, habe sie über 40 Jahre lang verbunden. Bei der Prinzenproklamation im November 2021 standen die Freunde noch zusammen auf der Bühne – nicht ahnend, dass dies ihr letzter gemeinsamer Auftritt sein würde. Bis zuletzt habe er sich blind auf Joachim Junker verlassen können, betont Hawranke. „Für mich war er wie ein großer Bruder.“ Immer wieder beeindruckend sei Junkers hervorragendes Zahlengedächtnis gewesen. „Manchmal hat er bis auf die Stunde genau ausgerechnet, wie lange es noch bis zum 11. 11. dauert.“

Diese Eigenschaft brachte ihm bei Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) den liebevollen Spitznamen „Graf Zahl“ ein. „Es wird keinen karnevalistischen Abend, kein Treffen der Ohligser Jongens, kein Dürpelfest – und was mir noch alles einfällt – geben, ohne dass ich und so viele an dich denken werden. Du wirst fehlen“, schrieb der OB in einem emotionalen Nachruf auf seiner Facebook-Seite.

Doch nicht nur beim Feiern war Joachim Junker voll in seinem Element, er zog auch hinter den Kulissen die Strippen und sorgte mit akribischer Planung dafür, dass es seinem Verein, der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs, wirtschaftlich gut ging. „Ohne Joachim wären wir nicht da, wo wir heute stehen“, sagt Bernd Hawich, Geschäftsführer der Prinzengarde, anerkennend. Beharrlich, aber immer mit einem freundlichen Wort für andere, trat Joachim Junker für seine Ziele ein.

Seine zweite große Leidenschaft neben dem Karneval galt seinem Stadtteil Ohligs, für den er sich auf vielfältige Weise unermüdlich einsetzte. Beispielsweise als Geschäftsführer der „Ohligser Jongens“, die in dem Stadtteil so einiges auf den Weg brachten. So waren sie es, die auch den Anstoß für die Umgestaltung des Marktplatzes und der Düsseldorfer Straße gaben. „Joachim war es wichtig, dass dort wieder ein schöner, sozialer Treffpunkt entsteht“, weiß Bernd Hawich. Gemeinsam hätten sich beide in etwa zwei Jahren von ihren offiziellen Ämtern im Karneval verabschieden wollen, um jüngeren Nachfolgern das Feld zu überlassen. Umso schmerzlicher sei es, dass sie die nächsten Schritte nun nicht mehr gemeinsam gehen können.

Die Gedanken der Solinger Karnevalisten und aller, die Joachim Junker gern hatten, sind in diesen Tagen auch bei seiner Frau Karin und seiner Tochter Pamela. Derweil hätte der Junge aus Ohligs sich wohl gewünscht, dass sie alle irgendwann wieder unbeschwert lachen und feiern können, getreu seinem Motto: „Loss mer fiere, nit lamentiere.“ Lot jonn, Joachim Junker.

Ämter

Wer Vorsitz und Präsidentschaft bei der Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs übernimmt, werden die Mitglieder am 29. April entschieden. Für den Vorsitz gibt es zwei Bewerber, dies war der Wunsch von Joachim Junker.

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