Mein Leben als Papa

Zum Osterfest mag ich es pompöser als Harald Glööckler

Unsere Fensterbank ist in diesem Jahr gut gefüllt. 
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Unsere Fensterbank ist in diesem Jahr gut gefüllt. 

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Mein Wecker wird mich morgen schon sehr früh aus dem Bett schmeißen. Denn ich habe eine wichtige Aufgabe zu erfüllen: Ich muss im Garten unbemerkt Eier verstecken, bevor Hannes und Michel aufwachen. Was einfacher klingt, als es ist. Michel erklärt die Nacht nämlich manchmal schon um kurz nach 6 Uhr für beendet. Und Hannes hat sich mal wieder vorgenommen, durchzumachen, um dem Osterhasen bei seiner Arbeit zuzusehen. Seine Skepsis ist ähnlich groß wie zu Weihnachten, als das Christkind wieder einmal in einem unbeobachteten Moment die Geschenke verteilen konnte. Aber noch glauben die Jungs an den Osterhasen. Nicht zuletzt, weil die Erzieherinnen im Kindergarten am letzten Tag vor den Ferien „den Popo vom Osterhasen“ hinter einem Gebüsch entdeckt hatten und tatsächlich Schokohasen für alle Kinder versteckt waren.

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Dass die Vorfreude auf das Osterfest in diesem Jahr besonders groß ist, daran habe auch ich meinen Anteil. Früher nie ein Freund übermäßiger Deko, mag ich es als Papa plötzlich zu bestimmten Anlässen pompöser als Harald Glööckler. Weil uns die kleinen Dörfer mit niedlichen Bahnhofshäuschen, verschneiten Tannen und einer mit Geschenken beladenen Eisenbahn die Weihnachtstage jedes Jahr so versüßen, setzte ich mich diesmal stark dafür ein, doch bitte auch bei der Osterdeko desselben Herstellers zuzuschlagen. Und so schaukeln nun Häschen auf unserer Fensterbank und verstecken bunte Eier hinter Pilzen und Blumen. „Kann das auch Weihnachtslieder abspielen?“, fragte Michel beim ersten Anblick. Nicht ganz. Aber auch ein schepperndes „Häschen in der Grube“ erfreut sein Herz. Für den Rest der Osterdeko sorgte in diesem Jahr vor allem Hannes. Fast kein Tag verging, an dem er nicht mit selbst gebastelten Hasen, Blumenwiesen oder Hühnern nach Hause kam. Da hat sich jemand seine Schokoeier aber mal so richtig verdient.

Apropos Eier: Das Färben eben jener ist für uns liebgewonnene Tradition. „Wir können ja heute färben“, schlug ich den Jungs eines Sonntags spontan vor, um nach dem Blick in den Kühlschrank Oliver Kahn zu zitieren: „Eier, wir brauchen Eier!“ Also: Ab zum Eierhäuschen um die Ecke. Mist, nur braune Eier. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass braune Eier einfach nicht schön bunt zu färben sind, wurde er von uns im vergangenen Jahr erbracht. Weiter zum Bauernhof. Dort gibt es einen Eierautomaten und man kann zwischen weißen und braunen Eiern wählen. Hannes und Michel lieben solche Ausflüge, die eigentlich nur meiner Schusseligkeit geschuldet sind. Der Weg ist letztlich immer das Ziel.

Ich mach es kurz: An unseren bunten Ostereiern gibt es diesmal nichts auszusetzen. Sogar Michel, der in seinem Leben bisher jedes Ei verschmähte, lässt sie sich nun schmecken. Vielleicht auch nur, weil der anschließende Verzehr Bedingung ist, um beim Eiertitschen mitmachen zu dürfen. Noch liegt Hannes knapp vor Michel und mir in Führung. Ich bin mir aber sicher, wir färben noch mal neue Eier . . .

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