Hauptbahnhof

Zugunfall in Solingen: Opfer wurde vorher belästigt

Am Hauptbahnhof in Ohligs kam es am 25. Juli zu einem tödlichen Zugunfall. Archivfoto: to
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Am Hauptbahnhof in Ohligs kam es am 25. Juli zu einem tödlichen Zugunfall.

Die Ermittler suchen nun nach dem Handy von der tödlich verunglückten 26-Jährigen.

  • Die Staatsanwaltschaft schließt ein Fremdverschulden bei dem Unglück aus.
  • Angehörige suchen das Handy der Verstorbenen bei Facebook.
  • Die tödlich verunglückte Frau kam aus Kehl in Baden-Württemberg.

Update 4. September: Hoffnung, dass das Smartphone noch abgegeben wird

Solingen. Die Resonanz auf den Appell der Freundinnen war groß - ungezählte Male wurde ihr Suchaufruf geteilt. Die Hoffnung ist groß, dass das Smartphone der tödlich verunglückten 26-Jährigen noch abgegeben wird. Bisher ist die Suche offenbar noch nicht erfolgreich. "Uns ist da nichts Neues bekannt", hieß es am Freitag von der Wuppertaler Staatsanwaltschaft.

Der Artikel vom 2. September

Solingen. Die Nachricht hatte für Entsetzen gesorgt: Am frühen Morgen des 25. Juli war eine 26-jährige Frau aus Kehl in Baden-Württemberg bei einem tragischen Zugunfall am Solinger Hauptbahnhof ums Leben gekommen. Inzwischen sind die Ermittler überzeugt, dass ein Fremdverschulden quasi ausgeschlossen werden kann. Die junge Frau hatte versehentlich ihr Handy im Regionalexpress 7 liegen gelassen. Sie versuchte nach ihrem Ausstieg in Solingen deshalb, zurück in den bereits anfahrenden Zug zu gelangen. Dabei war sie unglücklich zwischen Bahnsteigkante und Zug gestürzt und wurde mitgerissen.

Einige neue Details zum Unfallhergang kann Wolf-Tilman Baumert von der Staatsanwaltschaft Wuppertal inzwischen bekanntgeben: „Die junge Frau war mit einer Frauengruppe auf dem Rückweg von einer Feier von Köln nach Solingen unterwegs. Dabei trafen die Frauen auf drei Männer, von denen sich einer um Kontakt bemühte, was aber nicht erwünscht war. Als die Frauen in Solingen ausstiegen, hat dieser Mann dann den Frauen hinterhergetreten und gespuckt.“

Dementsprechend aufgewühlt dürfte die 26-Jährige gewesen sein, als sie feststellte, dass ihr Handy verschwunden war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft habe zunächst ein unbeteiligter Fahrgast von innen an das Zugfenster geklopft, um die Kehlerin auf den Verlust ihres Handys aufmerksam zu machen. „Dann nahm der Störenfried wohl das Handy plötzlich an sich und machte sich darüber lustig, dass die Frau es vergessen hatte“, so Baumert. Diese sei dann dem anfahrenden Zug, dessen Türen bereits geschlossen waren, hinterhergelaufen. Das tragische Unglück nahm seinen Lauf. „Wir ermitteln nicht wegen eines Tötungsdelikts, wohl aber gegen Unbekannt wegen Körperverletzung, was die Fußtritte und das Spucken betrifft, und Fundunterschlagung.“ Die Ermittler suchen nach dem Handy.

Tödlicher Zugunfall in Solingen: Emotionaler Post einer Angehörigen bei Facebook

Eine Angehörige der Verstorbenen setzte kürzlich bei Facebook einen emotionalen Post ab, in dem sie die User um Hilfe bei der Suche nach dem Handy bittet, da darauf „die letzten glücklichen Momente“ der Verstorbenen festgehalten seien. Inzwischen wurde der Post gelöscht.

Sicherheitsmängel am Bahnhof habe man nicht feststellen können, berichtet Dajana Burmann, Sprecherin der Bundespolizei. „Allerdings kommt es häufiger vor, dass Menschen die Gefahren von anfahrenden Zügen unterschätzen und die Abstände nicht einhalten.“

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