Zollhausboys stecken Publikum mit ihrer Lebenslust an

Die Zollhausboys traten auf dem Schulhof der Friedrich-Albert-Lange-Schule auf und erhielten für ihr Konzert reichlich Applaus von den 40 Gästen. Foto: Michael Schütz
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Die Zollhausboys traten auf dem Schulhof der Friedrich-Albert-Lange-Schule auf und erhielten für ihr Konzert reichlich Applaus von den 40 Gästen. Foto: Michael Schütz

Syrisch-deutsche Band erntet viel Applaus

Von Jutta Schreiber-Lenz

Am Schluss zog Pago Balke musikalisch den Hut vor seinen jungen Band-Kollegen und sprach damit dem Publikum im ausverkauften „Zollhausboys“-Konzert im Innenhof der Friedrich-Albert-Lange-Schule aus der Seele. Knapp 40 Musik- und Kabarett-Fans – damit war die Veranstaltung ausgebucht – hatten sich eine gute Stunde von der sprühenden Lebenslust des Bremer Ensembles anstecken lassen.

Mit ihrem Mix aus deutschen tiefgründigen Texten mit arabischem Einschlag, fetzigen Pop-Rhythmen mit orientalischen Akzenten und eingestreuten satirischen Spielszenen nahmen die Fünf im Nu das Publikum für sich ein. Mal ließen die Zollhausboys die Zuschauer in der frischen Früh-Herbst-Abendluft schmunzeln, mal lachen, mal nachdenklich sinnieren. Dabei wuchs von Stück zu Stück die Anerkennung für das Dargebotene und der Respekt vor ihrer Kreativität sowie ihrem musikalischen und spielerischen Können, mit dem sie die Brücke zwischen neuem Zuhause in Deutschland und verlorener Heimat in Syrien schlugen.

Den Auftakt machte der kraftvolle Song „Aleppo“. „Ich würde gerne wieder durch Basare streifen, die gibt es nicht mehr, schwer zu begreifen“ war eine der schlichten und doch so eindringlichen und nachhallenden Textstellen. Eine Fülle an unterschiedlichen Instrumenten, die das Ensemble dabeihatte, nahm die Hörenden mit auf eine Reise von Bremen nach Syrien und wieder zurück. Neben Gitarre, Bass und Schlagzeug gaben Marimbo, Darbouka-Trommel, Rebaba-Fiedel, Klangschale, Regenrohr und andere Instrumente, dem rockigen Pop-Sound orientalische Würze.

Die in Worten und Klängen sowie eingestreuten Tanzeinlagen ausgedrückte Sehnsucht nach dem Duft der syrischen Heimat wurde nahezu greifbar – und stand neben der Dankbarkeit und dem Glück, nun in der „Fremde nicht mehr fremd zu sein“.

Ensemble entstand durch eine zufällige Begegnung

Pago Balke, alter Hase auf dem Gebiet satirischer Unterhaltung, Musik und Schauspiel und Gerhard Stengert, studierter Schlagzeug- und Marimbo-Virtuose, waren einander 2015 im „Zollhaus“ begegnet, einem Bremer Hostel, das zu einer Flüchtlingsunterkunft geworden war. Dort trafen die beiden auch auf Ismael Foustok, Azad Kour und Shvan Sheikho. „Wie schön, dass wir uns getroffen haben“, sagte Pago mehrfach. Ein Satz, dem die Zuschauer mit ihrem begeisterten Beifall deutlich zustimmten.

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