ZiSch-Reporter erklärt, wie er mit ADHS lebt

In der Grundschule ist er durch aggressives Verhalten aufgefallen.

Von Justin Kakoro, 10b, Geschwister-Scholl-Schule

Mein Name ist Justin und ich habe ADHS, eine Krankheit, die mich unaufmerksam, hyperaktiv und impulsiv macht. Durch die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung kann ich mich nicht so gut konzentrieren. Durch die kleinste Provokation werde ich aggressiv.

In der Grundschule wurde festgestellt, dass ich ADHS habe, weil den Lehrern dort mein aggressives Verhalten aufgefallen war, weil ich zum Beispiel meine Mitschüler häufiger und grundlos geschlagen habe. Ich wurde auch immer respektloser gegenüber Erwachsenen, oder ich habe mich in der Öffentlichkeit schlecht benommen. Deshalb hatte ich so viele Probleme in der Schule, dass ich zwei Mal die Schule wechseln musste. Meine Eltern hatten jedes Mal Angst, dass ich von der Schule fliegen könnte, oder dass ich von der Polizei nach Hause gebracht werden muss, weil es in der Schule immer schlimmer wurde und außerhalb der Schule auch.

Mit der Zeit bekam ich immer schlimmere Ausraster

Meine Eltern haben vieles ausprobiert, sie haben zum Beispiel mit mir einen Verhaltenstherapeuten aufgesucht oder eine Anti-Aggressions-Gruppe. Aber es hat fast nichts funktioniert. Je älter ich wurde, umso größer wurden auch meine Probleme, weil schon die kleinste Provokation ausgereicht hat. Irgendwann dachte ich, die Mitschüler und die Lehrer würden mich alle hassen, und ich war auch oft alleine. Es gab auch Zeiten in der Klasse, in denen ich akzeptiert wurde. Aber der kleinste Fehler meinerseits sorgte dafür, dass ich erneut ausgeschlossen wurde. Das war dann auch einer der Gründe, warum ich immer schlimmere Ausraster bekommen hatte, so schwerwiegend, dass ich, nachdem ich mich beruhigt hatte, manchmal nicht mehr wusste, welchen Schaden ich bei meinen Mitschülern angerichtet hatte.

Das wurde so schlimm, dass ich in der sechsten Klasse wechseln musste. Durch meine Klassenlehrer, die mir trotz meiner Vorgeschichte eine neue Chance gegeben haben, wurde es langsam besser. Danach habe ich mir auch Freunde gesucht, die einen guten Einfluss auf mich haben. Sie haben mir geholfen, nicht mehr so schnell auf die Provokationen zu reagieren. Ich werde zusätzlich mit Medikamenten unterstützt, die mir helfen, dass ich mich besser konzentrieren und meine Wut unter Kontrolle halten kann.

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