Zeitung bleibt wichtiges Medium

Egal, ob print oder digital als App: Zeitungen informieren über das Geschehen und laden zum Schmökern und Entspannen ein. Foto: Marius Voos
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Egal, ob print oder digital als App: Zeitungen informieren über das Geschehen und laden zum Schmökern und Entspannen ein.

Lokalredaktionen informieren über das Geschehen vor Ort

Von Marius Voos, 8d, Friedrich-Albert-Lange-Schule

„Und eure Klasse kriegt jeden Tag eine Zeitung?”, fragt meine Großmutter. „Nein, Oma, nicht eine Zeitung, sondern für jeden Schüler aus der Klasse 8 an allen Schulen in Solingen eine Zeitung.” „Echt? Das ist ja toll und wichtig. Manche Kinder wissen bestimmt nicht mehr, wie eine Zeitung aussieht.” Ungefähr so lief das Telefonat mit meiner Oma an einem Samstag ab.

Warum sind Zeitungen wichtig und warum wird vor dem Zeitungssterben gewarnt? Unsere Demokratie lebt vom Austausch unterschiedlicher Meinungen. Man braucht aber Informationen, um seine Meinung vertreten zu können und mit jemandem zu diskutieren. Informationen in der Zeitung haben eine andere Qualität als Youtube, Facebook und Co. Sie sind gut recherchiert und zeigen verschiedene Sichtweisen.

Man kann in der Regel von einer Zeitung mehr Qualität und weniger Fehler erwarten. Reicht es nicht, Nachrichten zu schauen oder Radio zu hören?

Nein, insbesondere Lokalzeitungen sind wichtig, weil sie eine der wenigen Möglichkeiten sind, sich über das Geschehen vor Ort zu informieren. Amtsblätter der Rathäuser oder Lokalradio sind keine Alternative: Selten gibt es Berichte oder Reportagen, sondern meistens nur knappe Meldungen und ein bisschen Musik und Werbung beim Lokalradio.

Als Jugendlicher bin ich direkter und schneller von dem betroffen, was lokal in meiner Stadt passiert, als von den Entscheidungen von Armin Laschet oder Angela Merkel. Auf lokaler Ebene im Jugendparlament kann man Demokratie und Politik schnuppern. Mit 16 Jahren steigt man mit der Kommunalwahl in die richtige Demokratie ein.

Laut Simone Theyßen-Speich vom ST ist die Zielgruppe der Jugendlichen leider bei der Leserschaft „nicht so stark vertreten”. Eine Tageszeitung wirkt auf Jugendliche eher abschreckend. Sie ist unhandlich und wer schon mal versucht hat, in der Schule oder im Bus Zeitung zu lesen, weiß um die Schwierigkeiten. Eine mögliche Lösung stellen Apps für das Smartphone dar: „Immer mehr Schüler können mit dem Tablet oder Handy mehr anfangen als mit einer gedruckten Tageszeitung”, ergänzt die Redakteurin.

Im Bus ohne Handynetz ist ein vorher heruntergeladenes E-Paper doch wesentlich praktischer. Zum Erlernen des Umgangs mit dem Medium Zeitung, aber auch zum Schmökern und Entspannen ist weiterhin eine Papierzeitung unerreicht. So sieht es auch Simone Theyßen-Speich: „Beides nebeneinander ist halt ideal.”

Außerdem kann man mit Apps keine nassen Schuhe ausstopfen.

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