Wohnraum statt Brachland

Auf dem Gelände „Alte Gärtnerei“ entsteht derzeit Wohnbebauung. Foto: Ari Sobek
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Auf dem Gelände „Alte Gärtnerei“ entsteht derzeit Wohnbebauung.

Anwohner wollten Bebauungsplan verhindern

Ari Richard Sobek, 8e, Gymnasium Schwertstraße

Die Anwohner des Brachlandes „Alte Gärtnerei“ hatten versucht, den Bebauungsplan H 679 zu verhindern. Erfolglos. Die Versiegelung der Flächen ist bereits in vollem Gange. Die Enttäuschung der Anwohner der Reiderstraße, Maschinenstraße und Gärtnerstraße rund um das ehemalige Brachland „Alte Gärtnerei“ ist groß. Der Bau der zahlreichen neuen Wohneinheiten inmitten ihres ruhigen Wohngebietes hat trotz der Protestversuche der Anwohner begonnen und ist nun in vollem Gange. Von den geplanten Neubauten sind 18 Reihenhäuser an der Gärtnerstraße bereits fast fertiggestellt.

Die Stadt Solingen hatte noch vor Beginn der Corona-Pandemie dem Ratinger Investor Wilma GmbH den Zuschlag für die Umsetzung des Bebauungsplans H 679 (ca. 2,94 ha) gegeben. Das Gebiet der ehemaligen Gärtnerei war bis dahin kein Bauland gewesen, doch im Zuge der Wohnungsnot im Solinger Stadtgebiet sowie auf Drängen der an Eigentum interessierten Einwohner machte die Stadt das langjährige Brachland zu Bauland.

Einfamilienhäuser und Wohnungen sollen entstehen

Insgesamt 55 Reihenhäuser und 26 Doppelhaushälften sowie 13 Mietwohneinheiten in einem Mehrfamilienhaus sollen dort entstehen. Die Anwohner der Umgebung hatten gegen die Pläne der Stadt mobil gemacht, offiziell 175 Unterschriften gegen die Baupläne gesammelt und Politiker zu Gesprächen eingeladen.

Ein vor Beginn des Baus verfasstes, 53-seitiges Artenschutz-Dokument war von der Wilma GmbH selbst in Auftrag gegeben worden. Darin wird eine Vielzahl der Tiere, die auf dem Gebiet gelebt hatten, namentlich aufgeführt. Trotzdem musste die Natur vor dem Menschen weichen. „Als die Stadt das Gebiet als Bauland ausrief, war das Bewusstsein für die Klimakrise noch nicht in den Köpfen, und es gab noch keine Corona-Pandemie, die ja die Klimaprobleme der gesamten Erde nochmal so deutlich gemacht hat“, so eine Anwohnerin.

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