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Willkommenskultur spürbar?

Neben rechtsmotivierten Übergriffen, gibt es auch viele Menschen, die helfen wollen.

Von Marius Dute, 10d/f, Geschwister-Scholl-Schule

In diesem Jahr werden immer mehr Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte registriert. 505 Straftaten, die auf Flüchtlinge oder deren Unterkünften verübt wurden, sind alleine in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 registriert worden. Allein bei 147 davon handelte es sich um Sachbeschädingung. Die meisten der 505 Straftaten, nämlich insgesamt 121, wurden in NRW verübt und polizeilich aufgenommen.

In Solingen und Leichlingen sieht das bislang noch anders aus. Die Flüchtlingsunterkunft am Monhofer Feld schützt sich, wie alle anderen Unterkünfte, sehr stark gegen derartige Übergriffe. Das Gelände ist ringsherum eingezäunt und ein Sicherheitsdienst patroulliert Tag und Nacht um das videoüberwachte Areal. Außerdem gibt es auch noch Unterstützung von staatlicher Seite, so Frank Voß, der Vorsitzende der Unterkunft. Es fahren zum Beispiel vermehrt Polizeistreifen in der Nähe der Unterkünfte.

In Leichlingen ist die Situation sehr ähnlich. In dem umfunktionierten Aldi Supermarkt auf der oberen Brückenstraße, sind momentan ungefähr 180 Flüchtlinge untergebracht. Die Stadt hat im Vorfeld die Anwohner bei einer Infoveranstaltung über die Pläne des Supermarktumbaus in ein Erstaufnahmelager informiert.

Rund 250 bis 300 Menschen nahmen das Angebot an, direkt vom Bürgermeister zu erfahren, was hier geschehen soll. Viele Menschen wollten mit ihrer Teilnahme ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen und erfahren, wie man den Schutzsuchenden helfen und ihnen einen freundlichen Empfang gestalten kann.

Bei dem Umbau, der in kürzester Zeit stattfinden musste, sprach Bürgermeister Fank Steffes von einem „unglaublichen Kraftakt“. Alle Beteiligten, vom Eigentümer über die Stadtverwaltung bis zum Handwerker, hatten dafür gesorgt, dass das auf den Abriss wartende Supermarktgebäude schnellst möglich zu einer Herberge für die Kriegsflüchtlinge werden konnte.

Der Verwaltungschef zeigte sich stolz darauf, dass sich in der Stadt Leichlingen eine Willkommenskultur spürbar ausbreitet und die Menschen sich auch selbst, zum Beispiel auf Facebook vernetzen, um Hilfe zu organisieren. Hier werden Spenden angeboten und die Sammlung derer Zentral geregelt.

Da die Flüchtlinge hier von dem Großteil der Mitbürger herzlich willkommen geheißen werden, wird es auch hoffentlich weiterhin keine rechten Übergriffe auf das Erstaufnahmelager geben.

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