Wenn der Arztbesuch zum Highlight wird

Trotz der schwierigen Umstände gibt es Dinge, die Spaß machen: So zum Beispiel Gesellschaftsspiele wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht. Foto: Florine Emgen
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Trotz der schwierigen Umstände gibt es Dinge, die Spaß machen: So zum Beispiel Gesellschaftsspiele wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht. Foto: Florine Emgen

Demenz betrifft die ganze Familie

Von Florine Emgen, 8d, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Ein Leben mit Demenz ist nicht einfach. Man vergisst viel und erinnert sich oft nur an Dinge, die früher passiert sind. Betroffene merken meist nicht, dass was mit ihnen nicht stimmt. Normalerweise vergisst man mit der Zeit immer mehr. Es kann auch passieren, dass man sich nach einiger Zeit nicht mehr an wichtige Personen in seinem Leben erinnern kann. Demenz ist eine schwere Krankheit, die viele Menschen betrifft. Ebenso meine Oma, die seit 2016 an Demenz erkrankt ist.

Ihr Alltag sieht jeden Tag gleich aus. Sie schläft oft so lange, bis der Pflegedienst kommt. Dann wird ihr Blutzucker gemessen, da sie auch Diabetes hat. Nachdem der Pflegedienst da war, setzt sich meine Oma vor den Fernseher und isst ihr Mittagessen als Frühstück. Den restlichen Tag schaut sie meist fern.

Abends kommt der Pflegedienst noch mal und meine Oma bekommt ihre Medikamente. Dann geht sie relativ früh schlafen. Dadurch ist sie aber auch oft nachts wach oder kann nicht mehr schlafen. Ihr Rhythmus ist nicht mehr wie bei uns, weil sie keine klaren Strukturen mehr hat. Da sie alleine lebt, hat sie kaum Abwechslung in ihrem Alltag. Der Arztbesuch ist dann schon ein richtiges Highlight.

Vieles Alltägliche wird zur Herausforderung

Viele Menschen, die an Demenz erkrankt sind, bekommen Unterstützung von Pflegediensten oder leben in Heimen. Aber vor allem ihre Familien unterstützen sie, indem sie für sie den Einkauf erledigen, aber auch daran erinnern, sich selbst zu pflegen und Dinge zu tun, die eigentlich für uns normal sind. Für Demenzkranke ist es schwierig, sich an alltägliche Dinge zu erinnern. Meine Mutter, die sich von Anfang an um meine Oma kümmert, berichtet, dass es manchmal anstrengend sei, meine Oma zu pflegen. „Es gibt gute Tage und schlechte Tage. An den guten Tagen macht es auch Freude, sich mit ihr zu unterhalten, an den schlechten Tagen ist es manchmal schwer, mit ihr klarzukommen. Zum Beispiel, wenn sie duschen soll, sie sich aber lieber in ihren Sessel setzen möchte. Sie lebt einfach in ihrer eigenen Welt.“

Für meinen Vater ist es auch nicht einfach, seine Mutter so zu sehen, denn bis vor vier Jahren arbeitete sie sogar noch und hat Ausflüge mit uns gemacht. Sie hat ein selbstständiges Leben geführt. Auch das geht natürlich jetzt alles nicht mehr. Jetzt ist sie auf Hilfe angewiesen.

Ich finde es persönlich auch sehr schwer, mit Menschen zu reden, die an Demenz erkrankt sind, da man nie so richtig weiß, ob die Personen das verstanden haben, was man ihnen gerade erzählt hat. Aber es gibt auch Dinge, die Spaß machen: Ich spiele gern „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ mit ihr. Ein Leben mit Demenz ist nicht einfach, nicht für die Betroffenen, aber auch nicht für die Angehörigen.

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