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Wenn Alkohol zum Problem wird

Von Jasmin Mätschke, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Viele Jugendliche haben das ständige Bedürfnis Alkohol zu trinken. Betroffen sind laut Anja Hufschmid, Diplom Sozialpädagogin von der Beratungsstelle anonym e.V., meist Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren. Zwar ist die Zahl der Betroffenen im letzten Jahr um circa 10 Prozent gesunken, aber 635 Jugendliche pro Jahr wenden sich allein in Solingen an die Beratungsstelle.

Die Ursachen für eine Alkoholsucht sind oft Einsamkeit, Sorgen, Frust, Konflikte oder Schwierigkeiten zu Hause und in der Schule. Aber auch Langeweile, Neugier und Gruppenzwang können ein Grund sein zur Flasche zu greifen. Alkoholabhängigkeit ist ein schleichender Prozess. Das heißt, wenn man ab und zu ein Glas Alkohol trinkt, ist man nicht direkt süchtig. Wenn man aber regelmäßig viel trinkt, gewöhnt sich der Körper an die Alkoholmenge. Man muss dann viel mehr trinken, um den gewünschten Effekt zu erreichen.

Je mehr Probleme ein Mensch hat, desto gefährdeter ist er, eine Alkoholsucht zu entwickeln. Zum Beispiel trinkt man, um den Liebeskummer besser zu verarbeiten oder seine Trauer für einen kurzen Augenblick zu vergessen. Nicht jeder kann mit Problemen gleich gut umgehen. Je voller der Rucksack mit Problemen gefüllt ist, desto schneller greifen Jugendliche zum Alkohol. Sie hoffen so die Probleme vergessen und sich glücklich fühlen zu können.

Doch die Realität sieht anders aus. Wenn der Rausch nachlässt, ist das Problem nicht gelöst. Es wird zum Teufelskreislauf und so besteht die Gefahr einer Abhängigkeit. Wichtig ist es, diese Jugendlichen nicht alleine zu lassen. Die Folgen können gesundheitliche Probleme, körperliche Entwicklungsstörungen während der Wachstumsphase und psychische Probleme sein.

Betroffene Jugendliche und deren Eltern sollten eine mögliche Alkoholabhängigkeit ernst nehmen und sich professionelle Hilfe holen. Das geht auch online. Schon mehr als die Hälfte der Anfragen an die Alkohol Beratungsstelle anonym e.V. laufen über das Internet.

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