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Weihnachtswunsch: „Ich will so gerne sitzen!“

Von Sophia Roth, 9e, Alexander-Coppel-Gesamtschule

Ich ziehe mir, wie meine Schwester und meine Mutter, einen weißen Kittel und einen Mundschutz an. Ich habe ein wenig Bedenken, wie ich den Kindern gegenübertreten soll. Meine Schwester macht mir Mut und sagt: „Ganz normal, es ist schön für die Kinder, wenn sie merken, dass du dich nicht fürchtest, fröhlich und ohne Berührungsängste bist, obwohl sie Krebs haben.“

Julia möchte Kinderkrankenschwester werden und macht zurzeit in der Erwachsenenonkologie ihr FsJ. Aber kann ich Kinder, die mit dem Tod kämpfen, nach Weihnachtswünschen und Glück fragen? Gerade für uns Kinder ist Weihnachten ein besonderes Fest, auch im Krankenhaus.

In Essen stehen jetzt Weihnachtsbäume in den Gängen, an dem Empfangstresen hängen Tannen-Girlanden. Auf der Station hatten ein paar Krankenschwestern und einige Eltern zu Hause kleine Geschenke gebastelt und in die kleinen Nischen neben einen Baum gelegt.

Ich darf nun heute ein krankes Kind treffen und meine Vorfreude ist jetzt doch groß, als man mir sagt , dass auch die Clowns im Krankenhaus dabei sein werden. Diese Initiative „Engel und Clowns“ kann sich die Klinik nur mit Spenden leisten. Ich treffe auf Lilly, 8 Jahre alt. Sie richtet sich auf, ihr Gesicht ist sehr blass, aber sie lächelt.

Nach 18 Blöcken Chemotherapie trägt sie eine Mütze, hat keine Wimpern und keine Augenbrauen mehr. Nachdem der Clown sie und auch mich erfreut hat, beginnen meine erlaubten 15 Minuten „Interviewzeit“. Was wünscht sich Lilly? „Ich will so gerne sitzen“, sagt Lilly, „im Krankenhaus muss ich immer liegen, dabei macht sitzen viel mehr spaß!“

Vor einem Jahr wurde sie krank, ein Nierentumor, vier Operationen, dutzende Chemo-Blöcke, erklärte ihr Mutter. Lilly sagt: ,,Ich hatte sonst immer so viele Wünsche, doch dieses Jahr wünsche ich mir nur, bald wieder sitzen und richtig laufen zu können.“

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