In vielen Krankenhäusern fehlen Ärzte

Alltag einer Medizinerin: Mehrere Stellen sind nicht besetzt. Darunter darf die Versorgung der Patienten nicht leiden.

Von Catharina Trautmann, 8e, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Weiße Wände, lange Gänge, der Geruch von Desinfektionsmittel liegt in der Luft. Ärzte rennen durch die Flure des Krankenhauses, und Patienten werden in Rollstühlen und Betten durch das Krankenhaus geschoben. Der ganz normale Alltag von Dr. Monika Trautmann, Internistin und Geriaterin in einem Wuppertaler Krankenhaus.

Es ist 8 Uhr. Dr. Trautmann kommt ins Krankenhaus. Schon jetzt ist klar, es wird ein stressiger Arbeitstag. Wieder viele „Außenlieger“. Die Patienten, die auf fachfremden Stationen liegen, müssen noch zusätzlich versorgt werden, ohne dass es weiteres ärztliches Personal gibt. Dabei sind schon auf den regulären Stationen der Geriatrie mehrere Stellen nicht besetzt.

„Insgesamt fehlen fast 6000 Ärzte in den Kliniken“, sagt die Ärztin. „Dabei sind kleinere Krankenhäuser noch mehr betroffen als die großen.“ Als Ursache nennt Trautmann eine gekürzte Anzahl an Studienplätzen in den Jahren seit der Ärzteschwemme sowie den demografischen Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung. Ebenfalls gibt sie schlechte Rahmenbedingungen bei der Arbeit an, wie unbezahlte Überstunden und häufige Bereitschafts- und Nachtdienste.

In der Frühbesprechung werden Probleme der Patienten aus der Nacht, Notfälle und Neuaufnahmen besprochen. Ebenfalls wird die anfallende Mehrarbeit verteilt. Ein Kollege hat sich krankgemeldet. Auch seine Patienten, die er normalerweise betreut, müssen weiter versorgt werden und ein Teil der Patientenbetreuung wird von der Ärztin übernommen. „Die Patienten dürfen durch die viele Mehrarbeit nicht unversorgt bleiben. Eine kontinuierliche Betreuung ist für den Heilungsprozess wichtig“, merkt Trautmann an.

Im Krankenhaus arbeiten immer mehr Ärzte aus dem Ausland

Während die Ärztin bei einer älteren Dame eine Ultraschalluntersuchung des Herzens vornimmt, erklärt sie ihr, was noch an Untersuchungen auf sie zukommt, da die Patientin ihre ausländische Stationsärztin nicht richtig verstanden hat. Dies ist ebenfalls ein Problem im Krankenhaus, die sprachliche Integration gelingt nicht immer optimal trotz des Bemühens der immer mehr hinzukommenden ausländischen Ärzte.

„Die Krankenhäuser bemühen sich, die drohende Unterversorgung der Patienten zu meistern. So bieten viele Krankenhäuser schon Arbeitszeitmodelle wie nur Nachtarbeit oder 50-Prozent-Stellen an, woran früher nie zu denken war“, erklärt sie abschließend und wendet sich dem nächsten Patienten zu. „Die Patienten stehen bei uns immer im Vordergrund. Wir bemühen uns, ihnen gerecht zu werden.“

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