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Trotz Epilepsie zum Leistungssport

Ein Betroffener lässt sich von seiner Krankheit nicht unterkriegen.

Von Lena Schorn, 10A/C, Geschwister-Scholl-Schule

„Eigentlich führe ich ein ganz normales Leben“, so beschreibt der 33-jährige Markus S. aus Köln seinen Alltag, der seit seiner Kindheit an Epilepsie erkrankt ist. Sein zuständiger Arzt erzählt, dass Epilepsie einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen ist.

Die Auslöser für diese Krankheit können Tumore, Unfälle, Entzündungen oder Fehlentwicklungen des Gehirnes sein. Ursachen für epileptische Anfälle sind eine kurze Funktionsstörung in einem Gehirnbereich.

Je nachdem, welche Funktion der betroffene Gehirnbereich hat, können sich die Anfälle in Form von Bewegungs-, Sprech- und Sehstörungen äußern. Die Betroffenen kennen die Auslöser ihrer Anfälle, die durch Geräusche, Lichter oder Schlafentzug hervorgerufen werden können.

Heutzutage gibt es die Möglichkeit mittels Medikamenten die Anfälle zu unterdrücken. Dieses gelingt leider nicht immer, da das Krankheitsbild bei jedem Patienten anders verläuft. „Eine gefährliche Möglichkeit ist eine Operation, die nur in seltenen Fällen durchgeführt wird, da sie mit vielen Risiken verbunden ist“, so Dr. Schmidt aus dem Epilepsie-Zentrum Bethel in Bielefeld.

Markus S. ist Leistungssportler aus Leidenschaft. Der 33-Jährige trainierte in Köln intensiv für seinen Halbmarathon. „Seit meiner Kindheit leide ich an Epilepsie. Der Sport ist mein Leben, den ich mir durch meine Krankheit auch nicht nehmen lasse!“, erzählte Markus mit einem stolzen Lächeln. Als er mit zehn Jahren seinen ersten Anfall erlitt, rieten ihm seine Ärzte von seinem Sport ab, da die Verletzungsgefahr bei einem epileptischen Anfall zu hoch sei. Lange hielt er es aber ohne seinen Sport nicht aus.

Er machte weiter und heute sieht man ihm an, dass er seinen Sport mit Leib und Seele lebt. „Der Sport ist mein Ausgleich zur Epilepsie.“ Er lebt dank seiner Medikamente ein fast normales Leben. Heute arbeitet er als Physiotherapeut. In seiner Freizeit führt er das Leben eines Leistungssportlers und wurde zuletzt mit einem Triathlon-Europameisterschaftstitel für seinen unbedingten Willen belohnt. Seinen letzten Anfall erlitt er vor sieben Jahren.

Mich erstaunt der Umgang mit seiner Krankheit. Diese Leichtigkeit und die positive Ausstrahlung. Nicht zuletzt beeindruckt mich der Wille, mit dem Markus S. seine Ziele erreicht hat. Dieses vorbildliche Verhalten zeigt mir, dass eine Krankheit zwar ein Handicap sein kann, aber der Kopf über die eigenen Grenzen entscheidet.

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