Die Tafel hilft Bedürftigen

An der Theke geben ehrenamtliche Mitarbeiter Lebensmittel an die Kunden aus. Die Spenden stammen aus rund 45 Supermärkten. Archivfoto: Uli Preuss

970 Familien nutzen die kostenlose Lebensmittelausgabe.Dreimal pro Woche können sie kommen.

Von Sina Krämer, 8b, Gymnasium Vogelsang

Es sind noch ein paar Minuten, bevor die Essensausgabe der Solinger Tafel beginnt. Doch vor dem Gebäude hat sich bereits eine riesige Schlange gebildet, der sich auch immer mehr Leute anschließen. Man sieht Mütter mit ihren Kindern, Jugendliche und ältere Leute. Pünktlich um 15.15 Uhr dürfen die ersten Gäste herein und bekommen die Lebensmittel ausgehändigt. Diese Lebensmittel werden jeden Morgen um neun Uhr aus ungefähr 45 Supermärkten abgeholt. Würde dies nicht passieren, dann würden diese noch haltbaren Lebensmittel einfach weggeschmissen werden.

Das ist auch einer der Gründe der Tafel. Sie möchte die unnötige Vernichtung der Lebensmittel stoppen. Und das kommt nicht nur den Supermärkten zugute, sondern auch bedürftigen Menschen. Denn diese können sich nämlich je nach Personenhaushalt ein- bis dreimal pro Woche mit Anmeldung Essen abholen. Drinnen sieht man die Lebensmittel auf Theken aufgebaut. Alles ist geordnet, das Brot in Körben, Gemüse und Obst getrennt in Kisten, Wurst, Käse und Salate im großen Kühlschrank. Eine Frau ist an der Reihe. Als sie Brötchen in die Hände gedrückt bekommt, lächelt sie dankbar. „Möchten Sie auch noch einen Salat dazu bekommen?“ fragt die Frau hinter der Theke die Kundin.

Rund 60 Ehrenamtler arbeiten bei der Tafel

Täglich kommen etwa 150 Familien zur Essensausgabe. Oft müssen die Mitarbeiter auch Englisch mit ihren Kunden reden, da diese noch nicht so gut Deutsch sprechen können, wie zum Beispiel Flüchtlinge. Hinter der Theke stehen bis 17 Uhr etwa sechs Mitarbeiter, die diese Familien mit Essen versorgen und diesen Leuten so ein bisschen unter die Arme greifen. Brigitte Funk, die Vorsitzende der Solinger Tafel, möchte ihre Mitarbeiter jedoch nicht „beschäftigen“. „Beschäftigen klingt so, als ob man jemanden im Beruf für sich arbeiten lässt“, sagt sie. „Wir haben hier aber nur einen festen Mitarbeiter, der Rest sind etwa 60 Ehrenamtler.“ Diese braucht man jedoch auch, da die Zahl der Bedürftigen zunehmend steigt.

Draußen wird die Schlange der Wartenden noch länger. Von ungefähr 970 Familien, die zur Tafel kommen, sind 50 Prozent Flüchtlinge. Außer der Essensausgabe hat die Tafel auch noch andere Aktionen: Das Medimobil ist ein Krankenwagen, der einmal pro Woche durch die Stadt fährt und zum Beispiel Obdachlose kostenlos untersucht. Die „Praxis ohne Grenzen“ ist auch eine medizinisch orientierte Hilfe. Beispielsweise bezahlt sie Menschen, die sich ärztliche Hilfe nicht leisten können, Medikamente. Anhand der lächelnden Gesichter, die aus der Lebensmittelvergabe herauskommen, kann man sehen, wie wichtig Unterstützung Bedürftiger ist.

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