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Stolpern erwünscht

Von Sevda, Louisa und Christine, 8c, Theodor-Heuss-Realschule

Schaut man gelegentlich beim Gehen auf den Bürgersteig, „stolpert“ man öfters über kleine quadratische goldene Steine, die in den Bürgersteig zwischen die normalen Steine eingelassen sind. Der Künstler Gunter Demnig erfand diese Steine, die an die schreckliche Zeit der Judenverfolgung im 2. Weltkrieg, in der 6 Millionen Menschen dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen, erinnern sollen.

Gunter Demnig hatte die Idee, vor jedes Haus, in dem früher ein Jude oder ein anderer Verfolgter lebte, eine kleine Gedenktafel – den sogenannten Stolperstein – in das Straßenpflaster einzusetzen. Die kleinen „Steine“ sind von Hand beschriftet. Der wohl berühmteste Stolperstein erinnert an Anne Frank, welche sich mit ihrer Familie vor den Nazis in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckte und ihre Erlebnisse in einem Tagebuch aufschrieb. Diese wichtigen Daten sind auf dem Stein zu lesen:

Hier wohnte

Anne Frank

JG 1929

Flucht 1934 Holland

interniert Westerbork

deportiert 1944

Bergen-Belsen

ermordet März 1945

Dieser Stein liegt in Aachen vor der Wohnung ihrer Großmutter, wo Anne Frank vor ihrer Flucht viel Zeit verbrachte.

Gunter Demnig wurde am 27. Oktober 1947 in Berlin geboren, er ist in Nauen und Berlin aufgewachsen. Bekannt wurde er durch sein Lebenswerk, die Stolpersteine. Das Projekt startete er 1992. Da viele Juden und Verfolgte in andere europäische Länder flohen, gibt es diese Stolpersteine auch in 20 weiteren Staaten Europas.

Niemand wollte nach dem Ende des 2. Weltkrieges über die Schrecken und die Menschen, die Adolf Hitler ermorden ließ, sprechen. Alle wollten die schlimme Kriegszeit vergessen. Durch diese Steine werden die Menschen nun an die schreckliche Nationalsozialistische Zeit und die vielen Opfer erinnert. Vielleicht sollte man, wenn man über solch eine Gedenktafel „stolpert“, kurz stehenbleiben und innehalten.

Auch in Solingen gibt es Stolpersteine, es sind schon über 100. Auch direkt gegenüber unserer Schule auf der Felder Straße befinden sich zwei, die an das Ehepaar Schmitz erinnern; die Eheleute wurden 1942 in Russland ermordet.

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