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Solingerin überlebte Erdbeben

Von Lisa Puschmann, 8d, Friedrich-Albert-Lange-Schule

„Werde ich das überleben?“ Das war Anastasia Kantzidous (gebürtige Solingerin) erster Gedanke, als sie am 5. August 2018 von einem schweren Erdbeben überrascht wurde. Es waren die längsten 30 Sekunden ihres Lebens. Seit zweieinhalb Jahren lebt die Solingerin auf der Insel Gili Air, die vor der Küste Lomboks liegt.

Dieses Beben mit der Stärke 6,9 auf der Richterskala ist bis jetzt das Schlimmste gewesen, was sie dort miterlebt hat. Das schwerste Erdbeben Indonesiens mit der Stärke 9,1 weckt böse Erinnerungen. 2004 löste jenes Beben eine Reihe von verheerenden Tsunamis an den Küsten des Indischen Ozeans aus und nahm rund 164 000 Menschen das Leben.

Der Inselstaat befindet sich in einer außerordentlich instabilen tektonischen Zone. Die australische Kontinentalplatte drückt Richtung Norden und taucht tief unter die Sunda-Platte ab. Außerdem reihen sich hier einige Vulkane aneinander. Diese Gegebenheiten waren ihr bekannt und haben sie nicht davon abgehalten, dorthin auszuwandern. „Hier ist es traumhaft schön und ich werde nicht aus Angst wieder nach Solingen ziehen“, betont die 30-Jährige.

Ihr Leben auf der Insel bestand in den letzten Wochen daraus, ihren Freunden beizustehen, Hilfe beim Wiederaufbau zu leisten und das Geschehene zu verarbeiten. „Man muss sich hier selber helfen, denn die staatlichen Hilfen laufen nur langsam an“, beklagt sich die taffe Auswanderin. „Man wird auch nicht vorgewarnt, dass ein Erdbeben bevorsteht. Man spürt vielleicht Tage vorher ein paar schwache Beben und hofft, dass nichts Großes nachkommt.“

„Ich setze meine Ersparnisse für den allgemeinen Wiederaufbau ein“, erklärt die ehemalige Vogelsang-Schülerin. Zurzeit ist Anastasia bei ihrer Solinger Familie zu Besuch und hofft, über die Weihnachtstage die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten.

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