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Solinger Tierheim platzt aus allen Nähten

Tiere, die während der Pandemie angeschafft wurden, werden oftmals wieder abgegeben.

Von Ida Kolk, 8e, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Tür auf, durch das Futterlager, in die Desinfektionsschleuse – und schon sind wir inmitten von Tieren. Das Solinger Tierheim platzt aus allen Nähten. Weil viele Tiere nach Weihnachten abgegeben worden sind? Ist das überhaupt noch so? Diese und weitere Fragen stelle ich dem Tierpfleger René N.

Das Tierheim Solingen hat zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zwischen 100 und 150 Tiere in seiner Obhut. Es ist überfüllt. Täglich kommen neue Tiere. Diese werden allerdings nicht aufgrund eines Weihnachtskaufs abgegeben, sondern wegen der Corona-Pandemie. Im Lockdown schafften sich viele Haushalte ein Haustier an, merkten aber bald, dass sie keine Zeit dafür haben und gaben es wieder ab. Bis heute ist das so. Das führt zu Engpässen. Ein Problem im Tierheim ist, dass derzeit zu wenig Tiere vermittelt werden. „Hier ist alles voll und keiner geht“, so der Tierpfleger.

In den vergangenen Jahren wurden im Solinger Tierheim aber kaum Tiere nach den Weihnachtstagen abgegeben. Das liegt mit daran, dass das Tierheim vor Weihnachten inzwischen keine Tiere mehr vermittelt. Eine Vermittlung zu Weihnachten sei, so René N., ungünstig, da direkt die Silvesternacht folge. Eine neue Umgebung, verbunden mit Böllerlärm, führe oft zu Angstzuständen bei den Tieren.

Vielen ist nicht bewusst, was mit einem Tier auf sie zukommt. Obwohl die Tierpfleger vor der Vermittlung alle Informationen weitergeben, sind die zukünftigen Besitzer oft mit dem Tier überfordert. Sie geben es wieder im Tierheim ab oder setzen es im schlimmsten Fall aus. Auch die Kosten können ein Grund sein. Häufig können sich die Besitzer das Tier nicht leisten.

Werden ausgesetzte Tiere gefunden, nimmt das Tierheim diese uneingeschränkt auf. Sind sie gechippt, kann man den Besitzer ausfindig machen. Das Chippen von Tieren ist in Solingen Pflicht, doch gerade bei Katzen ist das nicht immer der Fall. Warum? „Weil es den Menschen egal ist“, erklärt René N..

„Aktuell holen sich viele Leute Hunde aus dem Ausland, etwa aus Rumänien. Sind die Hunde nicht so lieb wie versprochen, haben die Leute ein Problem“, erklärte René N.. Wenn die neuen Besitzer das Tier dann zurückgeben wollen, ist es gesetzlich vorgeschrieben, das Tier zurückzunehmen. Das passiert aber oft nicht. Oder die neuen Besitzer wollen nicht, dass das Tier zurück ins Ursprungsland kommt, da dort die Tiere oft leiden. „Die Tiere werden bei uns viel besser gehalten, wir jammern auf hohem Niveau.“

Hilfe für Tiere

Das Tierheim ist keine staatliche Einrichtung, sondern ein privater Verein. Er freut sich über Futter- und Geldspenden.

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