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Sie führt ein ganz normales Leben

Jil-Marie Zilske (2. v. r.), mit Schwester Lily und den Eltern Martina und Helmut Zilske.
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Jil-Marie Zilske (2. v. r.), mit Schwester Lily und den Eltern Martina und Helmut Zilske.

24-Jährige mit Down-Syndrom ist stolz auf ihren Beruf und ihre eigene Wohnung.

Von Valentina Holzknecht, 8a, Humboldtgymnasium

Es ist genau das, was die 24-jährige Jil-Marie Zilske immer wollte. Ein ganz normales Leben führen. Jil-Marie hat einen erfüllenden Beruf, verdient genügend Geld, um sich ihren Traum vom eigenständigen Leben zu erfüllen, und ist glücklich, in ihrer eigenen Wohnung zu leben. „Das ist meistens toll, aber auch anstrengend, sein Leben eigenständig zu führen“, erzählt Jil-Marie mit einem sympathischen Lachen.

All das klingt ganz alltäglich, ist es aber nicht. Sie hat viel erreicht, denn Jil-Marie Zilske ist eine selbstbewusste junge Frau, die mit dem Down-Syndrom geboren wurde. Sie ist aufgrund ihrer Beeinträchtigung von ihren leiblichen Eltern abgegeben und im Säuglingsalter liebevoll in ihrer neuen Familie aufgenommen worden.

Martina und Helmut Zilske waren sich ihrer Verantwortung bewusst und adoptierten ein weiteres Kind mit Down-Syndrom. Die Zukunft schien vorbestimmt: Sonderschulbildung, Beschäftigung in der Behindertenwerkstatt, betreutes Leben in einem Wohnheim. Aber die Eltern begannen früh, den Lebensalltag ihrer Kinder anders zu gestalten und förderten sie. Ganz im Sinn von Jil-Marie.

So schaffte sie es, ihren regulären Hauptschulabschluss zu absolvieren. Unter 50 Bewerbern wurde sie für eine Lehrstelle als Bildungsfachkraft an der Technischen Hochschule Köln ausgewählt. Von Leichlingen aus fährt sie täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln dorthin.

Jil-Marie setzt sich für Inklusion ein. Gleiche Chancen für alle – dafür kämpft sie. Drei Jahre später erhielt sie voller Stolz einen Festvertrag als Bildungsfachkraft. Sie öffnete neue Pforten für sich und die Inklusion!

In einem berührenden Gespräch gab die 24-Jährige sehr ehrliche Details über sich preis. Aufgrund ihrer Muskelschwäche ist sie sportlich eingeschränkt. Sie macht täglich Krafttraining, sie nennt es „Luftboxen“.

Und sie erzählt von ihrem Freund: „Es war Liebe auf den ersten Blick“, so spricht Jil-Marie voller Begeisterung über ihren Freund, der auch mit dem Down Syndrom geboren wurde. In ihrer Kindheit hatte sie Freunde, später bekam sie jedoch zu spüren, dass sie anders ist. „Das war hart und traurig.“

Aber die 24-Jährige hatte ein Ziel, wofür es sich lohnte durchzuhalten. Singen war schon als Kind ihre Passion. So singt sie voller Freude in einem Gospelchor. Auf ihrem Instagram-Account präsentiert sie sich 4200 Abonnenten – eine selbstbewusste junge Frau.

Natürlich hat Jil-Marie auch Wünsche für die Zukunft. Sie möchte vor allen Dingen weiter für Inklusion kämpfen, anderen Menschen mit Behinderung ein Vorbild sein und mit ihrem Freund zusammenleben.

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