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Sexismus auf Youtube hat schwerwiegende Folgen

Von Jule Wengenroth, 10c, Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Sexismus in den Medien ist ein verstärktes Thema geworden. Besonders auf der Video-Plattform YouTube sind sexistische und manipulative Inhalte keine Seltenheit. Doch wie weit reicht diese Manipulation?

Da viele junge Menschen die Plattform nutzen und diese bekanntlich leichter zu beeinflussen sind, ist besonders die jüngere Generation eine gute Zielgruppe vieler Videos. Sie lassen sich häufig von anlockenden Titeln wie „10 Dinge, die Jungs an Mädchen lieben“ oder „wer diese PROBLEME nicht kennt, ist kein richtiges MÄDCHEN“ und entsprechenden Inhalten „belehren“. Wie kommt es dazu und sind diese Videos auch das, was sich Erwachsene darunter vorstellen würden?

Die Antwort auf diese Frage liegt nicht weit entfernt, jedoch wundert man sich, ob es nicht auch anders geht. Der Großteil der Videoproduzenten profitieren durch ihr Werk in Form von Geld. Auf die wachsende Nachfrage und Popularität werden gezielt zunehmend mehr Videos jeglicher Art veröffentlicht. Für junge Zuschauer wirkt dies besonders ansprechend und sie rufen das Video auf. Etwa aus Langeweile oder aus reiner Neugierde, aber ohne jegliches zu hinterfragen. Ähnlich wie bei dem eigentlichen Video-Inhalt.

Unzählige Aspekte, die ein naiver und bereits von der Gesellschaft beeinflusster Zuschauer leicht abkauft. Dort wird zum Beispiel erklärt, wie ein typisches Mädchen auszusehen hat oder dass alle Jungen, die enge Hosen tragen oder sich für Make-up interessieren homosexuell sind. Diese Aussagen entsprechen lediglich den durch die gesellschaftlichen und kulturellen angeordneten Geschlechterrollen.

Sollte ein YouTuber als Autoritätsperson mit Vorbildfunktion nicht all diese Vorurteile widerlegen und seinen Zuschauern beibringen, dass es keinen Grund dafür gibt, jemanden deshalb zu verurteilen?

Youtuber prägen die Wahrnehmung der jungen Menschen

Stattdessen prägen sich die Erwartungen und das typische Bild immer mehr in die Köpfe der Menschen ein. Dass dies nicht nur gesellschaftsschädigend ist, sondern auch die individuelle Entwicklung stören kann, sollte unbedingt realisiert werden. Gerade jüngere, die sich in der geistigen Entwicklung befinden, könnten diese dargestellten Normen als das einzig Richtige empfinden und so unterbewusst das Gefühl entwickeln falsch zu sein.

Das könnte sich wiederum auf ihr Selbstwertgefühl auswirken. Dies ist in einigen Fällen ein Symptom für psychische Belastungen wie Depressionen. Ein Aspekt, an den man nicht als erstes denkt, wenn es um jegliche Art von Manipulation geht, den man aber keineswegs unterschätzen sollte.

Werden wir also weiterhin solche Videos aufrufen, uns keinerlei Gedanken dazu machen und uns davon blenden lassen oder versuchen wir uns unsere eigenen Meinungen und Erfahrungen zu machen?

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