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Das sagt ein Flüchtlingspate zu der Situation

Durch ehrenamtliche Hilfe kann viel bewegt werden.

Von Aerthika Krishnakumar und Alina Henkels, 8e, August-Dicke-Schule

Wir haben uns mit dem Thema Flüchtlinge ein bisschen näher beschäftigt und waren in der Flüchtlingshilfe Solingen und haben Herrn Wolfgang Fudickar und seiner Patin Asmeret Zemichael ein paar Fragen gestellt.

Herr Fudickar, wie sieht Ihr Alltag aus, was genau sind Ihre Aufgaben?

Wolfgang Fudickar: Ich bin ein Ehrenamtler, wir helfen den Flüchtlingen sich zu integrieren, uns kennen zu lernen und unsere Sprache zu sprechen. Und ich bin ein Ehrenamtler, der als Pate arbeitet. Sie (Asmeret) ist eine Patin. Sie ist nach Solingen gekommen und hatte keine Orientierung und wir haben zusammen eine Wohnung gesucht. Sie hat vier Wochen bei mir zuhause gewohnt, bis wir eine Wohnung für sie gefunden haben. Die Wohnung für Asmeret richten wir gerade ein. Meine Aufgabe ist auch, sie zu Ämtern, Sparkasse und zu Artztbesuchen zu begleiten. Außerdem verteile ich Kleiderspenden wie Handtücher, Bettwäsche und so weiter. Hier in Deutschland ist meine wichtigste Aufgabe die Flüchtlinge zu integrieren.

Möchten Sie dies noch lange Zeit weiter machen?

Fudickar: Ich glaube wir müssen uns alle daran gewöhnen, dass das Thema mit den Flüchtlingen uns noch lange Jahrzehnte beschäftigen wird. Ich denke aber auch, dass die nachfolgende Generation dies auch weiter machen wird. Wir werden dies ja nicht in einem Jahr abhaken können, weil nächstes Jahr noch viel mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden. Diese Situation wird nicht leichter werden!

Asmeret, konnten Sie schon von Anfang an Deutsch, welche Sprachen können Sie noch Sprechen?

Asmeret Zemichael: Ich kann ein bisschen Deutsch sprechen, auch verstehen und ich lese sehr gerne Deutsch. Außerdem kann ich durch meine Ausbildung als Grundschullehrerin Englisch und noch Arabisch sprechen.

Werden Sie oft auf die Traumata mancher Flüchtlinge aufmerksam und wie gehen Sie damit um?

Fudickar: Ich kann jetzt nur über die Flüchtlinge sprechen, die ich selber kenne. Natürlich sind dort welche traumatisiert. Man kann es ihnen aber nicht von der Nasenspitze ablesen – ich sehe es zum Beispiel bei Asmeret, sie möchte keine Kriminalfilme schauen. Dies ist ein sehr schweres Thema. In der Kürze der Begegnung merkt man das nicht, weil das Trauma ja ganz tief im Herzen der Flüchtlinge steckt. Und die Beziehung zwischen mir und meinen Flüchtlingen muss wachsen. Das geht nicht von einem Tag zum andern. Ich habe gelernt, damit umzugehen. Eigentlich müssen diese ganz schnell in eine therapeutische Behandlung, doch da ist das erste Thema wer bezahlt das und wer hat die Zeit dazu?

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