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Die Rückkehr zu G9 steht bevor

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Für viele Schüler hat G8 eine neue Hektik in den Schulalltag gebracht. 

Stephan Mertens erklärt, wie das Gymnasium Vogelsang zum schnellen Abi steht.

Von Eric Wolf und Mesut Kaan Görücü, 8a, Gymnasium Vogelsang

Stephan Mertens ist seit 2001 Lehrer am Gymnasium Vogelsang in Solingen und seit dem 1. August 2013 Schulleiter. Er unterrichtet Physik, Mathematik und Informatik. Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von dreizehn auf zwölf Jahre war zwischen 2012 und 2015 in fast allen Bundesländern eingeführt worden.

Wird es irgendwann am Gymnasium Vogelsang (GVS) wieder G9 geben?

Stephan Mertens: Das entscheide ich ja nicht allein. Erstmal muss die Landesregierung ein Gesetz verabschieden. Da gibt es zurzeit einen Entwurf. Dieser sieht vor, dass der Normalfall eine neunjährige Schulzeit bis zum Abitur wird. Es wurde in der Schulkonferenz und in der Lehrerkonferenz auch schon darüber diskutiert. Wir konnten aber noch keinen rechtlichen Beschluss fassen, weil der erst möglich ist, wenn ein neues Gesetz vorliegt. Aber es gibt weder bei uns Lehrern und Lehrerinnen noch bei den Eltern oder bei den Schülern viele, die sagen, dass wir beim G8 bleiben sollen. Insofern gehe ich davon aus, dass sobald das Gesetz erscheint, eine Schulzeit von neun Jahren bis zum Abitur kommen wird, die aber anders als früher sein wird.

Wie wurde das Gymnasium Vogelsang von einem G9-Gymnasium zu einem G8-Gymnasium?

Mertens: Das war 2005, da hat die Landesregierung entschieden, dass Gymnasien anstatt neun Jahre bis zum Abitur nur acht Jahre haben sollen.

Wie ist Ihre Meinung zu G9?

Mertens: Meine Meinung zu G9 ist, dass die Schüler auf jeden Fall die neun Jahre bis zum Abitur brauchen werden, weil die achtjährige Schulzeit für zu viele Schülerinnen und Schüler Probleme gebracht hat. Ich selber bin auch für die neun Jahre, würde mir aber wünschen, dass die Regelungen vom Ministerium auch ermöglichen, dass eine Gruppe von leistungsstarken Schülern nach der achten Klasse entscheiden können zum Beispiel die zehnte Klasse auszulassen. 

Was wird sich dadurch an der Schule verändern?

Mertens: Ich glaube, dass manches einfacher für die Schüler wird. Ich habe das Gefühl, dass derzeit etwas Hektik besteht, weil Schüler sich Sorgen machen über die nächste Klausur, weil sie Angst haben, diese nicht zu bestehen. Zum Beispiel stellt Französisch in der sechsten Klasse eine besondere Schwierigkeit dar, weil die Schüler gerade anfangen so richtig Englisch zu sprechen und dann Französisch dazu kommt. Für viele Schüler wäre es besser, ein Jahr mehr zu machen, weil es dadurch einfach mehr Freizeit gäbe und sie mehr Zeit zum Lernen hätten.

Was sagen die Lehrer dazu?

Mertens: Eigentlich sind fast alle Lehrer der gleichen Meinung. Manche Lehrer sind der Meinung, dass G8 gar nicht so schlecht gelaufen ist. Wegen des Ganztagsunterrichts, bei dem die Schüler an drei Tagen in der Woche länger zur Schule gehen, haben wir es ganz gut geschafft. Aber die Mehrzahl ist der Meinung, dass es besser wäre, wieder zu G9 zu wechseln. Es gibt in NRW nicht so viele Schulen, die sagen, dass sie bei G8 bleiben wollen.

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