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Wie rollstuhlfreundlich ist Solingen?

Von Ron Koke, 8e, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Astrid Beck (48) sitzt seit zweieinhalb Jahren im Rollstuhl und schildert jetzt ihre Meinung zur Rollstuhlfreundlichkeit von Solingen.

Frau Beck, welche positiven Erfahrungen haben Sie schon gemacht?

Astrid Beck: Dass alle ganz hilfsbereit sind und zum Beispiel Türen aufhalten oder fragen, ob sie helfen können.

Welche negativen Erfahrungen haben Sie schon gemacht?

Beck: Beim Busfahren, denn nicht alle Busse haben eine Rampe. Aber auch wenn eine Rampe da ist, nehmen einige Busfahrer einen auch nicht mit, wenn auch nur ein Kinderwagen im Bus ist, obwohl es noch passen würde. Bei manchen Busfahrern habe ich das Gefühl, dass sie jede Möglichkeit wahrnehmen, nicht aussteigen zu müssen, um die Rampe auszuklappen. Aber die meisten sind sehr hilfsbereit. Man kann sich aber nicht immer darauf verlassen, dass man mitkommt. Ich habe schon anderthalb Stunden an der Bushaltestelle gestanden und bin in keinen Bus reingekommen.

Wer kann was noch tun, damit Solingen noch rollstuhlfreundlicher wird?

Beck: Die Stadtwerke könnten jeden Bus mit Rampen ausstatten. Das soll auch demnächst kommen, bis 2020 nach jetzigem Stand. Das zieht sich aber immer weiter nach hinten, aber irgendwann sollen alle Busse eine Rampe haben. Türen in Geschäften sind auch immer ein Problem, denn automatisch öffnende Türen sind leider nur in ganz wenigen Geschäften vorhanden. Leider sind auch sehr viele Restaurants nicht barrierefrei. Da wäre Nachholbedarf. Toiletten gibt es auch nicht viele. Im Hofgarten kann man ganz gut auf die Toilette gehen. Sonst wüsste ich jetzt nicht, wo man in der Stadt gut auf die Toilette gehen kann. Es gibt auch einen Fahrdienst vom Roten Kreuz und dem CBS, der vom Prinzip her auch eine schöne Sache ist. Praktisch funktioniert es aber ganz schlecht. Man kann sich auf den Fahrdienst auch nicht verlassen, wenn man ihn bestellt hat. Denn manchmal kommt er, manchmal aber auch nicht oder eine Stunde zu spät oder zu früh. Inzwischen habe ich das mit dem Fahrdienst schon aufgegeben. Die haben aber auch Uhrzeiten, zu denen sie nur Schulkinder befördern. Da hat man als Rollstuhlfahrer Pech gehabt, wenn man einen Termin hat. Da wäre sicherlich noch Verbesserungsbedarf.

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