ZiSch

Respektvoll miteinander umgehen

Ein Helfer im Flüchtlingsheim erzählt von seinen Erfahrungen.

Von Bastian Neef, 10e/f, Geschwister-Scholl-Schule

Viele Menschen haben Angst vor Flüchtlingen und Flüchtlingsheimen, da ihnen diese Menschen oder deren Mentalität fremd sind. Ist diese Angst berechtigt oder wird diese Angst den Menschen nur unnötiger Weise eingeredet?

Natürlich sollte man immer ein wachsames Auge haben, damit es nicht zu Streitereien kommt, aber die Menschen sind nicht aggressiver als unsere deutschen Mitbürger auch. Selbstverständlich kommt es durch Langeweile und das Zusammenleben von unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Ländern auf engem Raum manchmal zu Unstimmigkeiten, die aber in der Regel schnell, ohne Gewalt, gelöst werden können.

Gibt es große Schwierigkeiten mit der Kommunikation zwischen Bewohnern und Mitarbeitern?

Das ist kein wirkliches Problem, es gibt unterschiedliche Mitarbeiter, die auch die entsprechenden Sprachen sprechen, Englisch wird zum größten Teil verstanden oder selbst gesprochen. Außerdem stehen inzwischen verschiedene Übersetzungs-Apps für Handys zur Verfügung, die genutzt werden können.

Sie versorgen die Asylbewerber mit Kleidung und Schuhen. Wie gehen die Asylbewerber mit Ihnen bei dieser Aufgabe um, also sind sie respektvoll und nett oder eher aggressiv und weniger respektvoll?

Die meisten Leute sind sehr nett und respektvoll, helfen wo immer sie können. Natürlich gibt es, wie auch bei unserer deutschen Bevölkerung, wenige Ausnahmen.

Werden noch Helfer gesucht oder haben sie ausreichend Helfer?

Bei uns werden momentan keine Helfer mehr gesucht, aber in anderen Einrichtungen ist nach wie vor Bedarf an ehrenamtlichen Helfern.

Was sind die Aufgaben, die Sie in dem Flüchtlingsheim zu erledigen haben?

Meine Aufgabe ist die Verteilung der Kleidung und Kinderfahrzeuge, die bei uns auf dem Hof genutzt werden können, damit die Kinder auch außerhalb der Kinderbetreuungszeiten bei uns beschäftigt sind. Außerdem gibt es von uns Kuscheltiere oder kleinere Spielzeuge.

Viele Menschen haben auch Bedenken, dass die Spenden, die sie abgeben, gar nicht da ankommen, wo sie sollen, was können Sie dazu sagen?

Bei uns wird inzwischen bedarfsorientiert gesammelt, das heisst wir suchen gezielt die Spenden, die auch bei uns meistens Mangelware sind, wie zum Beispiel kleine Herrengrößen und Schuhe. Wenn Spenden bei uns abgegeben werden, die wir nicht brauchen können, geben wir diese weiter an andere Einrichtungen, die diese Dinge suchen. Da es sich bei uns um eine Erstaufnahme-Einrichtung handelt, können wir Dinge wie Gardinen, Bettwäsche, Bettdecken, Wolldecken, Tischdecken oder kleineren Hausrat nicht brauchen, weil die Menschen erst noch ihren Dauereinrichtungen zugewiesen werden und solche Dinge beim Transfer nicht mitgenommen werden können. Sollten wir solche Gegenstände trotzdem gespendet bekommen, geben wir diese dann weiter an die Stellen, die so etwas suchen. Nicht mehr tragbare, kaputte oder verschmutzte Kleidung wird zur Entsorgung weiter gegeben.

Kommentare