Rassismus ist Alltag geworden

Auf Gedanken achten

Von Leah Aurelio, 8f, Friedrich-Albert-Lange-Schule

„Ich war vier Jahre alt: Ein Junge in meinem Kindergarten in Italien sagte, ich dürfe nicht mit ihm spielen, weil ich schwarz sei. Am selben Tag fragte ich meine Mutter, ob sie mich trotz meiner Hautfarbe lieben würde.“ Diese Aussage von einem Jugendlichen war in den letzten Tagen auf Instagram zu lesen.

Solche abwertenden Kommentare kommen leider auch in Deutschland immer wieder vor. Manchmal ist der rassistische Spruch in ein „Kompliment“ verpackt. Zum Beispiel: „Für deine Herkunft sprichst du aber ziemlich gut Deutsch.“ Fast immer kommt die betroffene Person aber aus Deutschland.

Es gibt aber auch sehr oft direkte rassistische Äußerungen, wie zum Beispiel: „Lern erstmal deutsch!“ oder „Gehst du auch mal zurück in deine Heimat?“, obwohl die Heimat des Betroffenen Deutschland ist. Diese rassistischen Sprüche kommen nur aufgrund des Nachnamens oder der Hautfarbe der Person vor. Alltagsrassismus ist es aber auch, wenn eine Person sich bei einem Job bewirbt und allein wegen ihres ausländischen Nachnamens nicht angenommen wird.

Alltagsrassismus kommt oft in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder an anderen Orten vor, wo Menschen mit verschiedener Herkunft oder Hautfarbe aufeinandertreffen. Manchmal aber auch im privaten Raum, wie zum Beispiel bei Freunden oder sogar in der eigenen Familie.

Aber wen trifft Alltagsrassismus eigentlich? Alltagsrassismus trifft Menschen mit nicht „typisch deutschem“ Aussehen, Einwanderer, Menschen mit ausländischem Akzent und Menschen mit ausländischen Nachnamen. Eine in Deutschland geborene Bekannte von mir wurde einmal während der Arbeit von einem Kunden am Telefon aufgefordert, ihn mit einem deutschen Kollegen zu verbinden. Die Muttersprache meiner Bekannten ist Deutsch. Der Kunde forderte dies nur aufgrund ihres ausländischen Nachnamens.

Was können wir alle gegen Alltagsrassismus tun? Es gibt viele Dinge, die man tun kann. Den Betroffenen zuhören, wenn sie über ihre Erfahrungen sprechen und zeigen, dass man die betroffene Person gerne unterstützt. Ein wichtiger Schritt ist es auch, Rassismus zu erkennen, ihn sichtbar zu machen und sich einzumischen, wenn man Rassismus bemerkt. Aber das Wichtigste ist: Man sollte bei sich selbst anfangen und auf die eigenen Gedanken, Worte und Taten achten.

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