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Praxis ohne Grenzen reicht Bedürftigen die Hand

Von Hannah Mulhern, 8d Gymnasium Schwertstraße

Solingen-Ohligs. Jeden Donnerstag-Mittag haben Menschen, die nicht bzw. nicht mehr krankenversichert sind, die Möglichkeit in die „Praxis ohne Grenzen“ auf der Ahrstraße zu kommen, um sich kostenlos von Fachärzten beraten oder behandeln zu lassen.

Es gibt zunehmend mehr „arme“ Menschen ohne Krankenversicherung oder Menschen, die die Kosten für zusätzliche medizinische Versorgung nicht aufbringen können. Diese finden in der „Praxis ohne Grenzen“ Hilfe. Dazu zählen zum Beispiel Personen, die ehemals privat versichert waren und im Laufe der Zeit die Beiträge nicht mehr zahlen konnten oder von Altersarmut Betroffene (mit und ohne Krankenversicherung). Dort können außerdem Asylbewerber/Innen, Flüchtlinge, papierlose Menschen, Wohnungslose, Menschen mit einem Schamgefühl und Ablehnungserfahrungen in anderen Praxen und viele andere Menschen behandelt werden. Für solche Menschen werden Arztpraxen wie die „Praxis ohne Grenzen“ benötigt.

Die 2014 gegründete Praxis ist vom Solinger Hauptbahnhof fußläufig gut zu erreichen und befindet sich in dem Gebäude des Caritas‘ Zentrums. Die Praxis hat derzeit 17 Mitarbeiter, davon sind 15 Mitarbeiter Ärzte (Kinderärzte, HNO-Ärzte, Gynäkologen und anders spezialisierte Ärzte). Die Fachärzte wechseln sich jeden Donnerstag ab, um eine offene Sprechstunde abzuhalten und die medizinische Grundversorgung von „armen“ und bedürftigen Menschen zu gewährleisten. Die Grundversorgung umfasst Behandlung und Beratung inklusive apparativer Diagnostik und Labor. Unter anderem stellt die Praxis Rezepte aus, ordnet bei Bedarf weitere Untersuchungen an und kooperiert mit weiteren Kliniken. Außerdem können sich die Patienten sozial beraten lassen, um wieder in eine gesetzliche Krankenversicherung zu gelangen. Durch die gute Vernetzung der Praxis mit den Hilfsangeboten kommunaler, freier und kirchlicher Träger entstehen für die Patienten oft neue Zukunftsperspektiven in schwierigen Lebenssituationen.

Die „Praxis ohne Grenzen“ ist Teil des Projekts „Medizinische Hilfe Solingen“ und ist vollständig auf Spenden angewiesen. Der niedergelassene Internist Dr. med. Christoph Zenses ist einer der behandelnden Ärzte in der „Praxis ohne Grenzen“ und gleichzeitig der Projektleiter der „Medizinischen Hilfe Solingen“. Dabei lässt er sich von der Grundidee „Gesundheit ist ein Menschenrecht“ leiten. Er erklärt, arme Menschen würden im Durchschnitt zehn Jahre früher sterben. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Praxis benötigt wird. Deshalb ist einer seiner Wünsche, dass der Zugang zu medizinischer Grundversorgung für jeden frei zugänglich ist.

Die genaue Adresse der „Praxis ohne Grenzen“ ist die Ahrstraße 9 in Solingen-Ohligs. Donnerstags hat sie von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr eine offene Sprechstunde. In dieser Zeit kann dort bei Fragen auch unter 0157/525 88 203 angerufen werden.ACHTUNG: ZU DIESEM ARTIKEL GIBT ES EIN BILDMOTIV!

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