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Neue Leber schenkt ihr ein zweites Leben

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Karin Härdle hat eine Leber gespendet bekommen. 

Bundesweit warten 10 000 Menschen auf ein Spenderorgan. Nur jeder Dritte hat einen Organspendeausweis.

Von Melina Sophie Wolber, 8d, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Meine Oma feiert am 14. April 2019 ihren 70. Geburtstag. Normalerweise ist das nichts Besonderes, aber Karin Härdle gehört zu den Menschen, die sich über zwei Geburtstage freuen können. Am 6. Januar 1995 wurde meiner Oma ein zweites Leben geschenkt. Am Abend davor schlug der Piepser Alarm, den sie schon seit zwei Monaten bei sich trug. Eine Stunde später war sie schon im Krankenwagen unterwegs in die Uni-Klinik Hannover. Die für sie lebensrettende Spenderleber war gefunden worden. Am selben Tag wurde sie noch operiert und das Organ wurde transplantiert.

Bis zu diesem Tag musste meine Oma mit der schrecklichen Diagnose „Leberzirrhose“ auf Grund einer Autoimmunerkrankung leben. Die Ärzte sagten damals, als sie die Diagnose feststellten, dass sie nicht länger als fünf Jahre zu leben hätte. Mit ihren damals zwei kleinen Kindern traf sie das schwer. „Ich begann mir Ziele zu setzen, zuerst die Einschulung der Kinder, dann die Kommunion. Es wurden 20 Jahre daraus.“

Nach der erfolgreichen Operation hat meine Oma mit ihrem Leben neu angefangen und fühlte sich wie neu geboren. Zum Glück ging es ihr in den 20 Jahren vor der Operation niemals ganz schlecht. ,,Erst im letzten Vierteljahr vor der Transplantation war ich in einer kritischen Phase. Gott sei Dank musste ich nicht lange auf das Spenderorgan warten. Im November 1994 bin ich auf die Liste gesetzt worden und bereits zwei Monate später wurde ich alarmiert. Wem ich mein Leben verdanke, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich ein junges Organ bekommen habe.‘‘

Zwar muss meine Oma nach der Transplantation täglich 13 Tabletten nehmen und alle vier Wochen zur Blutuntersuchung, aber damit kann man leben. „Leider haben die ganzen Medikamente viele Nebenwirkungen, so dass andere Krankheiten über die Jahre dazu gekommen sind“, sagt meine Oma. Speziell die Nieren und das Herz werden immer schwächer. Inzwischen ist meine Oma schon 69 Jahre alt. Aus ihren kleinen Kindern sind glückliche Erwachsene geworden und sie hat inzwischen drei Enkelkinder.

Inzwischen warten mehr als 10 000 Patienten bundesweit auf eine Transplantation. Nicht einmal jeder Dritte aus Deutschland besitzt einen Organspendeausweis. Daher sterben durchschnittlich jeden Tag drei Menschen. Es gibt einen Entwurf für ein neues Organspendegesetz des Bundesgesundheitsministeriums, um die Zahl der Spender zu erhöhen. Des Weiteren wird über eine Widerspruchsregelung diskutiert, wobei alle Menschen nach ihrem Tod automatisch Spender wären, wenn sie nicht zu Lebzeiten widersprochen haben.

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