Meisterarbeit im Gefängnis

Günter Knippert arbeitet im Vollzug.

Von Joséphine Wernicke, 8d, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Morgens, 6.40 Uhr in der Justizvollzugsanstalt Remscheid. Der Tischlermeister Günter Knippert zählt gerade „seine“ 40 Gefangenen, die zum Arbeiten in die Tischlerei einrücken. Heute stehen Fenster, Türen, Büromöbel, Küchen und Sonderanfertigungen wie Richtersäle und andere individuelle Möbel an, die sie nach ganz NRW liefern und einbauen.

Die meisten Menschen haben Angst im Gefängnis zu arbeiten, vor allem in dem geschlossenen Vollzug. Denn dort sitzen schließlich auch Mörder und Schwerverbrecher ein. Günter K. arbeitete bereits 20 Jahre als Leiter der Tischlerei im geschlossenen Vollzug, bevor er in den offenen Vollzug versetzt wurde.

Die Arbeit im Gefängnis macht ihm nichts aus. Er sagt: „Es ist wie ein Bumerang, wenn du den Leuten Respekt und Freundlichkeit entgegenbringst, bekommst du es auch zurück!“ Günter K. übt diesen Beruf mittlerweile seit fast 30 Jahren aus, und bisher sei nur ein gewaltsamer Vorfall passiert, als ein Häftling auf einen Kollegen einstach.

Nach fünf Stunden und 20 Minuten Arbeit ist bei Günter Knippert und seinen Innensassen eine 40-minütige Pause angesagt. Die kleine Pause ist vorbei, und es ist 12.40 Uhr, als die Gefangenen wieder zur Werkstatt einrücken. Jetzt wird noch mal dreieinhalb Stunden gearbeitet, bevor es für die Insassen zurück in die Hafträume geht und Günter Knippert die geleistete Arbeit des Tages verbucht. Bevor er nach Hause geht, kontrolliert er die Arbeit und prüft, ob sie fachgerecht ausgeführt wurde.

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