Mehr prüfen als lernen in der Schule

Leistungsdruck steigt

Von Sarah Pingler und Nelly Weusthoff, 8c, Gymnasium Vogelsang

Immer mehr Jugendliche fühlen sich im Schulalltag durch den hohen Anteil an Prüfungen gestresst. 72 Prozent der Jugendlichen fühlen sich mindestens einmal pro Woche von der Schule gestresst, 28 Prozent sogar an mehr als drei Tagen. Dies führt bei manchen Kindern zu gesundheitlichen Problemen.

Vor allem die Kinder der Jahrgangsstufen G8, also die Kinder, die nach der zwölften Klasse ihr Abitur machen, meinen, dass es zu viel Leistungsdruck in der Schule gibt. Zum Beispiel hat eine Klasse der Jahrgangsstufe 8 rund 79 Stunden Mathematik im Jahr. Davon müssen aufgrund der Klassenarbeiten, die die Schüler pro Jahr schreiben, sechs Stunden abgezogen werden. Weitere fünf Stunden fallen aufgrund von Krankheit oder Studientagen weg. Nach dieser Rechnung hätten die Schüler der Jahrgangsstufe 8 pro Jahr nur 68 Mathestunden, um zu lernen, sowie sechs Leistungsüberprüfungen pro Schuljahr.

Im Verhältnis zu der eher geringen Anzahl von Unterrichtsstunden, nehmen die Leistungsüberprüfungen damit einen recht hohen Anteil ein. Zwar können Lehrkräfte einmal im Jahr die Klassenarbeiten durch eine andere erbrachte Leistung der Schüler ersetzen, jedoch nutzen die wenigsten Lehrer diese Möglichkeit. Das zeigt, es wird mehr geprüft als gelernt.

Und wie aussagekräftig und sinnvoll sind Noten eigentlich?

Wenn ein Kind beispielsweise bei einer Mathematikarbeit schlecht abschneidet, danach den Stoff aber noch einmal erklärt bekommt, hat er oder sie meistens keine Möglichkeit mehr, sich in einer erneuten Leistungsüberprüfung zum gleichen Thema zu beweisen.

Zudem haben schlechte Noten einen negativen Einfluss auf das Lernen. Wenn Schülern immer wieder signalisiert wird, dass sie schlecht in einem Fach sind, wird das Interesse der Kinder im Keim erstickt.

Wie kann der Leistungsdruck in Zukunft vermindert werden? Dieser Frage muss sich die Schulpolitik im Hinblick auf die Gesundheitsförderung stellen.

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