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Das Leiden des Tennessee Walking Horse

Von Anna Richartz, 8a, Humboldtgymnasium

Das Besondere des Tennessee Walking Horse ist sein außergewöhnliches Gangwerk. Hierbei wird das Pferd auf unangenehmste Weise in eine neu gewünschte Körperhaltung und einen neuen Gang gebracht. Den Pferden werden oft Ketten um die Fesseln gelegt, damit sie die Beine beim Laufen weiter nach vorne werfen.

Außerdem werden ihnen Holzblöcke unter die Hufe gehämmert. Meist werden hierbei die Schrauben soweit in den Huf geschlagen, dass es den Pferden weh tut. Andere „Hilfsmittel“ sind zum Beispiel Keile oder Bolzen. Oft geschieht das Einsetzen dieser Dinge zusammen mit „Senföl“ einer Mixtur aus Säure, Kerosin und anderen Chemikalien. Sie soll die Hufe und Fesseln des Pferdes verätzen und dadurch schmerz- und druckempfindlicher machen.

Das „Senföl“ wird auch oft auf die Vorderbeine geschmiert und mit Folie eingewickelt, so bleibt es Nächte auf den Beinen, um „durch zu Knochen“. Durch diese Methoden verschiebt sich die Beinstellung massiv. Wenn die Pferde vor Schmerzen nicht mehr aufstehen können, werden sie mit Elektroschockern oder Besen wieder auf die Beine gescheucht.

Das Ziel der Züchtung war ein Pferd mit einem bequemen Gang, auf dem die Baumwollpflanzer ihre großen Plantagen durchreiten konnten. Doch mit der Zeit wurde die Rasse als Showpferd und Touristenattraktion immer beliebter. Der Gang der Pferde wird dabei oft durch brutale Weise ausgereizt, das nennt man „Soring“.

Manche Leute werden sich fragen, warum diesen Pferden so etwas Grauenhaftes angetan wird. Wie so oft spielt Geld eine entscheidende Rolle, denn Pferde mit spektakulärem Gangwerk können sechsstellige Summen erzielen. Die Praxis des Horse-Soring ist nicht neu, sie existiert in den USA seit den 50er-Jahren. 1970 wurde sie mit dem „Horse Protection Act“ unter Strafe gestellt. Doch es gibt kein Gesetz , das nicht gebrochen wird. Obwohl die grausamen Methoden nun seit fast 50 Jahren illegal sind, werden sie immer noch von zahlreichen Tennessee-Walking-Horse-Trainern angewandt.

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