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Der lange Weg unserer Weihnachtsgans

Bei Landwirt Höffken geht es rein biologisch zu Werke.

Von Daniel Kaiser, 8c, Gymnasium Schwertstraße

Bald ist es wieder soweit, Weihnachten steht vor der Tür und da darf die Weihnachtsgans nicht fehlen. Der BIO-Landwirt T. Höffken ist Experte für Weihnachtsgänse. Sein Hof ist ein Familienbetrieb, welcher 1957 gegründet wurde. Er sagt, er habe den Hof vor 18 Jahren übernommen und er sei schon seit circa 20 Jahren im BIO-Betrieb tätig.

Meistens steht hinten auf der Verpackung der Bioprodukte „aus kontrolliertem Anbau“, die meisten kennen diesen Hinweis, aber was bedeutet er eigentlich? Er bedeutet, dass der Landwirt genau dokumentieren muss, wie er vorgeht. Zum Beispiel mit wie vielen Tieren die Mast startet, wie viel Futter sie bekommen, wie viele Tiere sterben, wo das Futter herkommt. All diese Sachen müssen in einem kontrollierten Betrieb aufgeschrieben werden.

T. Höffken: „Was anderes, als auf unsere Art Gemüse anzubauen und Tiere zu halten, könnte ich gar nicht verantworten.“ Mittlerweile hat sein Hof 24 Hektar Fläche. Als er auf den BIO-Betrieb umgestiegen ist, sei er mit Gemüse und 20 Hühnern gestartet. Er ist mehr als zehn bis zwölf Stunden auf dem Hof tätig, für Urlaub bleibt fast keine Zeit.

Er hat zurzeit 145 Gänse auf dem Hof und sie haben 8000 Quadratmeter Auslauf zur Verfügung. Seine Gänse seien nur nachts im Stall, da tagsüber weitläufige Wiesen zur Verfügung stehen und sie sich größtenteils vom saftigen Gras ernähren. Derzeit, sagt er, habe er bereits acht Tiere verloren.

Seine Tiere schlachtet er nicht selber, da zu wenig Personal da sei und bestimmte Auflagen nicht eingehalten werden könnten. Zudem ist ein Schlachtbetrieb kein kontrollierter Betrieb, das heißt es werden auch Nicht-Bio-Tiere geschlachtet. Es gibt jedoch zwei Merkmale, womit man sie gut unterscheiden kann. Zum einen ist ihr Fleisch dunkler und zweitens sind sie größer. Er hat sich für Gänse entschieden, da Enten und andere Tiere schwieriger im BIO-Bereich zu halten sind.

Die Leute kaufen bei ihm die Gänse, da sie wissen, woher ihre biologisch gehaltene Gans kommt. Seine schwerste Gans sei eine Martinsgans mit 6,2 Kilogramm gewesen. „Die Gänse werden im Schnitt zwischen 3,5 bis 5,5 Kilogramm schwer“, so Höffken. Seine Gänse leben circa fünf bis sechs Monate mit viel Auslauf, wohingegen eine polnische Hafermastgans nur circa drei Monate unter nicht schönen Bedingungen lebt.

Wenn er seine Gänse vom Bio-Geflügelzuchtbetrieb Overmeyer bekommt, sind sie circa 18 Tage alt, weswegen sie die ersten sechs Wochen Bio-Mastfutter fressen, da sie noch im Federwechsel sind. Danach bekommen sie eine Dinkel-Hafer Mischung aus hofeigenem Getreide. Er sagt, er bekomme eine Mischung aus 50 Prozent Gänsen und 50 Prozent Gantern.

Aber warum sagt man eigentlich Weihnachtsgans? Traditionell das Mettenmahl ein Schweinebraten, der am 25. Dezember verspeist wurde. Dieser wurde dann vom Gänsebraten abgelöst.

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