Kurzbach steht Rede und Antwort

Oberbürgermeister Tim Kurzbach. Archivfoto: Christian Beier

ZiSch-Reporter interviewt Stadtchef.

Von Daniel Cwalina, 10a, Geschwister-Scholl-Schule

Da ich mich sehr für politische Themen interessiere, habe ich mich entschlossen, ein Interview mit dem Oberbürgermeister von Solingen zu führen, um ihn über seinen Alltag und sein Wirken zu befragen. Warum wollten Sie Oberbürgermeister der Stadt Solingen werden? Kurzbach: Na ja, es war jedenfalls nicht immer meine Lebensplanung, ich wollte nicht immer Oberbürgermeister werden. Aber ich bin geboren und aufgewachsen in Solingen, habe mich schon immer engagiert und bin so zur Politik gekommen. Dann bin ich in eine Partei eingetreten und wurde in den Stadtrat gewählt. Aber das war eine Zeit in Solingen, in der einiges nicht so war, wie ich es mir wünschte. Das letzte Hallenbad sollte geschlossen werden und die Fauna auch. Da dachte ich, das ist nicht mein Solingen. Und so kamen viele auf mich zu und haben gesagt, wenn du meinst, dass es anders laufen soll, dann musst du dich zur Wahl stellen. Das habe ich getan und nun bin ich Oberbürgermeister meiner Heimatstadt. Was hat ein Bürgermeister für Aufgaben, und wie sieht Ihr Alltag aus? Kurzbach: Es sind natürlich sehr viele Faktoren, die den Alltag einer Großstadt bestimmen. Auch wenn man als Bürgermeister nicht mit allem gleichermaßen zu tun hat, bekommt man doch viele Sorgen und Nöte der Menschen mit, aber auch Interessen und Ideen der Bürgerinnen und Bürger, die sich dafür einsetzen, ihre Stadt zu gestalten. Der Ablauf meines Tages fängt normalerweise so an, dass ich um 6.30 Uhr beginne zu arbeiten. Wenn ich an die letzten Monate zurückdenke, war ich auch fast keinen Abend vor ein Uhr nachts zuhause, und die Tage gehen dahin mit Terminen, Terminen und Terminen. Kann man mit jedem Schulabschluss Bürgermeister werden? Kurzbach: Formell muss man keinen Abschluss dafür haben. Jeder, der wahlberechtigt ist, kann auch gewählt werden. Wie stehen Sie zu Fridays for Future? Kurzbach: Ich begrüße das außerordentlich. Ich war auf jeder Demonstration auch persönlich anwesend, und bei den ersten Demos durfte ich auch etwas sagen und habe die Schüler immer herzlich begrüßt. Ich finde es großartig, wenn sich junge Menschen für ihre Zukunft einsetzen. Finden Sie es in Ordnung, dass Schüler, die eigentlich zur Schule gehen müssten, die Schule „schwänzen“, um zu Demos zu gehen? Kurzbach: Ich meine, diese Diskussion lenkt ein wenig davon ab, wie wichtig das Thema eigentlich ist. Ich sage immer wieder, wenn wir wüssten, dass 2070 ein Komet auf diese Erde stürzen und alles menschliche Leben bedrohen würde, dann würden alle Staaten Maßnahmen ergreifen, um dem entgegenzuwirken. Dass der Klimawandel ähnlich bedrohlich für einen Großteil der Menschen ist, ignorieren wir leicht. Wir streiten dann darüber, ob es ihn gibt oder nicht. Wir haben noch nicht die Dynamik aufgenommen, dass wir in allen Bereichen darüber nachdenken, was wir für den Klimaschutz tun können.

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