Klinikum hat genug Medikamente

Oftmals hält die Krankenhausapotheke Medikamente in hoher Stückzahl und größerer Verpackungsgröße vor. Foto: Laura Heuser
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Oftmals hält die Krankenhausapotheke Medikamente in hoher Stückzahl und größerer Verpackungsgröße vor. Foto: Laura Heuser

Krankenhausapotheke versorgt Stationen und Ambulanzen – auch in der Krise

Von Laura Heuser, 8b, Gymnasium Schwertstraße

Krankenhausapotheken kennen Lieferengpässe von Medikamenten nicht erst seit der Corona-Pandemie. Rabattverträge und Produktionen im Ausland verschärfen die Engpässe. Im Städtischen Klinikum in Solingen gibt es noch kein Problem.

Krankenhausapotheken versorgen die Stationen und Ambulanzen des Krankenhauses mit Arzneimitteln und weiteren medizinischen Produkten. Im Gegensatz zu öffentlichen Apotheken besteht keine Rezeptbindung. Es kann ein anderes Präparat, eine andere Darreichungsform oder eine andere Packungsgröße desselben Wirkstoffes ausgegeben werden. Ein Lieferengpass besteht, wenn ein Hersteller das Medikament länger als zwei Wochen nicht liefern kann. Gründe dafür können eine zu hohe Nachfrage oder eine Unterbrechung der Lieferkette sein.

In Deutschland gibt es sogenannte Rabattverträge zwischen den Krankenkassen und den Herstellern. Dadurch sind die Preise für viele Medikamente stark gesunken. Der Hersteller verkauft deshalb seine Medikamente lieber ins Ausland, denn dort bekommt er mehr Geld. Aus Kostengründen wird häufig in China oder Indien produziert. Lieferprobleme sind wahrscheinlicher, wenn es weniger Anbieter gibt.

Oft fällt erst bei der Lieferung auf, dass etwas fehlt

Der Hersteller meldet den Lieferengpass eines Arzneimittels an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Eine Meldepflicht gibt es nicht. Dadurch stellen die Apotheken oft erst bei der Lieferung fest, dass ein Medikament nicht geliefert werden kann. Die Lieferprobleme von Arzneimitteln könnten während der Krise zunehmen. Masken waren am Anfang der Pandemie knapp. Die Lieferungen von Wirkstoffen aus Indien und China waren eingeschränkt.

„Die Produktion sollte wieder nach Deutschland zurückgeholt werden. So vermeiden wir eine Abhängigkeit von China und Indien“, erklärt Dorothea Graetz-Patzer, leitende Krankenhausapothekerin des Klinikums. Sollte ein Hersteller ausfallen, dann gäbe es nicht so schnell Ersatz. Wenn die Apotheken ihre Vorräte von Medikamenten vergrößern, kann das eine kurzfristige Lösung für Engpässe sein.

Ein Lieferengpass sei aber auf keinen Fall immer gefährlich für Patienten. So konnte sie bisher in Solingen ein Ersatzpräparat geben. „Ein Problem kann ein Lieferengpass während einer Krebstherapie sein“, erklärt Graetz-Patzer. Auch der Grippeimpfstoff könnte in der Corona-Pandemie knapp werden. „Die Nachfrage an Grippeimpfung ist enorm gestiegen“, berichtet Dr. Stefanie Binus-Gifhorn, Betriebsärztin des Städtischen Klinikums.

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