Haustiere sorgen für Lebensfreude im Alter

Beim täglichen Gassigehen mit dem Hund treffen Tierbesitzer oft Gleichgesinnte. Archivfoto: cb
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Beim täglichen Gassigehen mit dem Hund treffen Tierbesitzer oft Gleichgesinnte. Archivfoto: cb

Ein Hund gibt dem Alltag Struktur

Von Katharina Lüttgen, 8b, Humboldtgymnasium

Draußen gefriert das Wasser zu Eiszapfen. Der Himmel schimmert in einem dunklen Blau. Das Wasser auf den Straßen wird von den Autos auf den Bürgersteig befördert. Auf der ganzen Straße ist keine Menschenseele zu sehen. Ich gehe über einen schmalen Fußweg zum Nachbarhaus.

Nach wenigen Schritten stehe ich vor der Haustür meiner Nachbarin Hedwig. An der Tür hängt ein Kranz aus Tannengrün. Die alte Dame öffnet mir die Eingangstür und ihr kleiner Mischlingshund Jack kommt auf mich zu. Aus dem Haus strömt der Duft von Kuchen.

Wir gehen durch den kühlen Flur in das warme Wohnzimmer. Ich betrachte alles ganz in Ruhe. Links in der Ecke steht eine Lampe, daneben ein Regal mit vielen dicken Büchern. Hedwig und ich setzen uns auf das beigefarbene Sofa. Sofort springt Jack auf das Sofa und macht es sich auf meinen Beinen bequem. Hedwig wirft einen Blick auf ihren Hund und fragt, ob es mich stören würde, wenn er da liegen bleiben würde. Ich verneine es.

„Jack ist mein Ein und Alles. Nachdem ich meinen Mann Karl verloren habe, hat er mir wieder neue Lebensfreude gegeben“, erzählt die ehemalige Metzgereifachverkäuferin. Sie reichte mir ein Stück Apfelkuchen und redet weiter: „Ich war nach 45 Jahren Ehe in tiefster Trauer, als mein Mann verstarb. Doch als meine Söhne mir Jack zu meinem 79. Geburtstag schenkten, hatte ich wieder jemanden an meiner Seite, um den ich mich kümmern konnte.“

Sie hatte das Gefühl, dass der Hund die Trauer verstehen konnte und sie trösten wollte. Durch ihn habe sie wieder gelernt, einen strukturierten Tag zu leben, denn der Hund muss ja mehrmals am Tag rausgehen und regelmäßig gefüttert werden. Sie geht in die Küche, um Getränke zu holen. Ich schaue mich erneut in ihrem Haus um. Am Fenster hängen gebastelte Sterne und kleine Drachen. Auf dem Wohnzimmertisch liegen Zeitungen.

Sie kommt mit Kaffee und Kakao wieder. Ich nehme einen Schluck, während sie weitererzählt. „Ich bin auch nicht mehr ständig krank, denn ich bewege mich viel mehr an der frischen Luft als früher und bin bei jedem Wetter draußen. Es gibt ja auch kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung“, ergänzt sie lachend. „Außerdem habe ich auf meiner täglichen Runde eine andere Hundebesitzerin in meinem Alter kennengelernt. Wir treffen uns jetzt regelmäßig, um mit den Hunden zu gehen. Die verstehen sich nämlich genauso gut wie Ilse und ich“, erzählt die 85-Jährige voller Begeisterung. Der kleine Mischling Jack hat ihr wieder zu Lebensfreude verholfen.

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