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Gewalt gegen Lehrer eine Normalität?

Von Bilgehan Dogan, 9b, Realschule Vogelsang

In einer Umfrage sagten circa acht Prozent der Lehrerschaft in NRW aus, dass sie Opfer von körperlicher oder psychischer Gewalt wurden. Die Gewaltbereitschaft in den Schulen, insbesondere die gegen Lehrer, hat drastisch zugenommen.

Dass Schülerinnen und Schüler einmal gewalttätig gegenüber ihren eigenen Lehrern werden, war früher undenkbar. Heutzutage greifen nicht nur Schüler ihre Lehrer körperlich an, nein, auch Eltern werden zu Tätern. Dabei gehen sie geschickt vor: Viele Eltern, wollen nicht durch körperliche Gewalt auffallen und nutzen deshalb die Anonymität des Internets, um dort ihrem Ärger Luft zu machen.

Man ist der Ansicht, dass Lehrer mit diesem Problem nicht nur während der Schulzeit zu kämpfen haben, sondern dass sie auch privat damit belastet sind. Dass diese Probleme nicht nur psychische sondern auch physischen Einfluss auf die Gesundheit der Lehrer einnimmt, zeigen einerseits die Aufstockung von schulpsychologischen Diensten und andererseits Berichte von Polizeieinsätzen.

Obwohl nur acht Prozent von 181 000 Lehrerinnen und Lehrer mit diesem unzumutbaren Geschehnissen konfrontiert werden, liegt es gerade deshalb auch in der Verantwortung der Schulleitung, solchen Problem mit sofort in Kraft tretenden Maßnahmen entgegen zu wirken. Warum hier nicht gehandelt wird und nur Einzelfälle zur Rechenschaft gezogen werden, weiß niemand.

Die Gründe der steigenden Gewaltbereitschaft der Schülerinnen und Schüler kann man noch nicht genau festlegen. Ermittler der Polizei und der Lehrergewerkschaft VBE sind schockiert, demnach müsse schon jeder zehnte Lehrer mit solchen Problemen im Alltag fertig werden.

Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen ist besonders in Schulen mit starkem Förderbedarf oder sozial schwachem Umfeld zu verzeichnen. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann äußerte sich mit folgenden Worten dazu: „Unsere Schulen sind ein Spiegel der Gesellschaft.“ Vorfälle, bei denen ein 14-jähriger Schüler seinen Lehrer mit einem Schnürsenkel würgte oder Eltern, die übergriffig gegenüber Lehrern wurden, sind nun wahrlich keine Ereignisse über die man als Lehrer schweigen muss oder gar sollte.

Dass diese Vorfälle handfeste Straftaten sind steht außer Frage. Wie aber sollte man sich als betroffene Lehrerin oder betroffener Lehrer in solchen Momenten verhalten und wie sollte man nach so einem Vorfall reagieren? Was also tun, wenn man als Lehrer von einem oder mehreren Schülern angegriffen wird?

Die Polizei rät immer zur einer Anzeige, wenn Situationen wie diese stattgefunden haben. Denn ein bewusstes nicht Handeln kann den Schüler dazu bekräftigen auch zukünftige Probleme mit Lehrern direkt in Form von Gewalt zu lösen.

Um Missstände wie diese zu beseitigen, müssen Lehrer agieren, denn als Mensch hat jeder das Recht auf einen gewaltfreien Arbeitsplatz. Die Möglichkeiten und Hilfsangebote sind da und können jeder Zeit in Anspruch genommen werden. Nach wie vor gilt: „Sie sind nicht allein!“

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