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Gemeinsam die Stadt gestalten

OB Tim Kurzbach möchte Jugendliche mehr einbinden.

Von Ann-Cathrin Lange, Gymnasium Schwertstraße, 8c

Beide haben Folgendes gemeinsam: Sie sind im Jahr 2015 gewählt worden. Sie, das sind 21 Mitglieder des Jugendstadtrates und Oberbürgermeister Tim Oliver Kurzbach (37), SPD. Für den Oberbürgermeister spielt das Gremium des Jugendstadtrates eine wichtige Rolle.

„Ich kenne den Jugendstadtrat schon seit seiner Gründung“, sagt das Stadtoberhaupt. Ein enges Verhältnis sei ihm wichtig. „Wenn es ihn nicht gäbe, müssten wir ihn sofort wieder gründen.“ Der Jugendstadtrat sei eine ganz wichtige Stimme für Jugendliche in Solingen, denn beauftragte Mitglieder des Jugendstadtrates hätten im Stadtrat und seinen Ausschüssen ein Rederecht.

Vieles sei anders ohne dieses Gremium, denn der Jugendstadtrat habe das Ziel, Anregungen zur Verbesserung der Situation Solinger Jugendlicher vorzuschlagen. „Das Rollhaus gäbe es nicht, wenn es den Jugendstadtrat nicht gäbe.“

Er will den Kontakt zu den Jugendlichen in Solingen halten. „Sie sind nicht weniger als die Zukunft unserer Stadt.“ Sie gestalten mit in dieser Stadt, was übrigens auch für Kinder gelte. Kurzbach hält es für ein spannendes Projekt, auch ein Kinderparlament ins Leben zu rufen. „Jedes Kind ist im Oberbürgermeisterbüro herzlich willkommen“, verwies Kurzbach auf seine Rede bei seiner Amtseinführung.

Überhaupt sei er der Überzeugung, dass mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam entschieden werden müsse und nicht über sie. „Gerade bei Jugendlichen ist es mir wichtig, dass sie sagen: ‘wo können wir mitmachen, was können wir leisten?‘“, sagt der Oberbürgermeister.

Kürzlich forderte die LINKE-Ratsfraktion, der Jugendstadtrat solle mehr in die Willens- und Entscheidungsfindungsprozesse eingebunden werden. Kurzbach glaubt jedoch nicht daran, dass Jugendliche in weiteren Gremien und Ausschüssen vertreten sein müssten. „Mich hat es damals immer gestört, wenn Politiker etwas für uns machen wollten“, erzählt Kurzbach von seinen politischen Anfängen. Er habe in der katholischen Jugendarbeit begonnen und da habe man selbst am besten gewusst, was gut für die Heranwachsenden sei.

Insgesamt müssten in der Klingenstadt mehr die Vorteile herausgestellt werden, um die Stadt attraktiver zu machen. Das Durchschnittsalter sei immens gestiegen und die Einwohnerzahl deutlich gesunken. Für eine positive Entwicklung sei es wichtig, in der Öffentlichkeit mehr über preisgünstige Baugrundstücke, kulturelle Angebote und die gute Infrastruktur zu sprechen. „Wir haben hier mehr Kindergartenplätze als anderswo“, ergänzt der Oberbürgermeister.

Die Zusammenarbeit mit Jugendlichen in Solingen lässt sich mit Kurzbachs folgendem Satz charakterisieren: „Nur gemeinsam kann man eine Stadt gestalten.“

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