Bei Fußballspielen wird oft gepöbelt

Ausschreitungen gab es 2018 beim Fußball-Niederrheinpokal zwischen Post SV und MSV Duisburg. Archivfoto: Horn
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Ausschreitungen gab es 2018 beim Fußball-Niederrheinpokal zwischen Post SV und MSV Duisburg. Archivfoto: Horn

Ab 2020 wird für Jugendpokal-Endspiele ein Alkoholverbot umgesetzt. Ziel ist, Ausschreitungen zu vermeiden.

Von Lukas Müller, Lukas Hauck, Alberto Vicente Antonio und Jule Lepper, 9d/e, Alexander-Coppel-Gesamtschule

Wiederholt wurden in den vergangenen Jahren Spiele aufgrund von Auseinandersetzungen unter den Spielern oder im Publikum abgebrochen. Beispielsweise im Mai 2019, als es bei einem Kinder-Fußballturnier in Solingen-Gräfrath am Rand eines Spiels zwischen zwei F-Jugendmannschaften zu Streitigkeiten unter den Eltern kam. Es gab dabei Verletzungen durch Messerstiche.

Ab 2020 wird für die Jugendpokal-Endspiele im Fußball in Solingen ein Alkoholverbot umgesetzt, um Ausschreitungen am Rande der Spiele zu vermeiden. Bei einem Brand und einem Einbruch in einem Vereinsheim der Sportvereinigung Solingen-Wald 03 wurde neben den Trikots der Mannschaften auch die neue Jugendgeschäftsstelle zerstört. All dies zeigt, dass Gewalt im Jugendsport auch in Solingen ein Thema ist. Wir wollten als erfahrene Sportler mehr zu diesem Thema herausfinden und befragten Angelo Antonaci von der Sportvereinigung Solingen-Wald 03, Fabian Schmitz vom Solinger Turnerbund und Christoph Weißner von der Alexander-Coppel-Gesamtschule dazu.

Im Eifer des Gefechts fallen härtere Äußerungen

Als aktive Fußball- und Handballspieler erleben wir kleine Taten regelmäßig bei eigenen Spielen. Hierbei geht es nicht nur um physische Angriffe, auch verbale Äußerungen können aggressiv sein. Zum Beispiel das Schreien der Eltern am Spielrand, die nicht ihre Kinder motivieren, sondern den Gegner beleidigen. Das passiert nicht immer. Es gibt viele freundliche Eltern, die wirklich nur deshalb zum Spiel kommen, um bei den Toren zu jubeln. Und es gibt viele Spiele, die friedlich ablaufen. Aber leider wird zu oft auch gepöbelt.

Bei der Befragung schilderten uns Angelo Antonaci, Fabian Schmitz und Christoph Weißner ganz unterschiedliche Erlebnisse. „Ein Wettkampf kann erschreckenderweise auch gute Freundschaften zerstören“, so Angelo Antonaci. „Insgesamt ist Handball ein recht fairer Sport, es kommt eigentlich nicht zu physischer Gewalt“, sagte Fabian Schmitz, aktiver Handballspieler und Jugendtrainer beim Solinger Turnerbund. Es gebe durchaus mal härtere, verbale Äußerungen im Eifer des Gefechts. Die Eltern ärgerten sich und möchten gerne ihre Kinder schützen. Entrüstung werde dabei auch mal am Schiedsrichter ausgelassen, aber insgesamt bleibe dies in Grenzen. Die Spieler untereinander gingen hart, aber eher fair miteinander um. „Es ist wichtig, im Spiel den Gegner zu respektieren, denn ohne ihn würde keins stattfinden“, bemerkt Christoph Weißner.

Bei unserer Recherche und aufgrund unserer eigenen Erlebnisse ergibt sich für den Jugendsport in Solingen ein sehr differenziertes Bild im Bezug auf Gewalt. Sie ist nicht in allen Sportarten in gleichem Maße zu beobachten, aber auf jeden Fall sichtbar.

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