Früher war die Heide ein Laubwald

Seit 1936 ist die Heide unter Naturschutz. Foto: Niklas Tom Winkler
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Seit 1936 ist die Heide unter Naturschutz.

Unterwegs mit dem Förster Michael Conrad

Von Niklas Tom Winkler und Moritz Fink, 8d, FALS

Die schöne Ohligser Heide ist perfekt für einen entspannenden Spaziergang nach einem langen Tag. Doch wie kam es zu diesem wunderschönen Ort? Der Stadtförster Michael Conrad berichtet über seine Försterarbeit in der Heide. Er übt bereits seit 22 Jahren seinen Beruf aus und verwaltet mit einem kleinen Team den westlichen Forstbereich in Solingen (ca. 600-700 Hektar). Außerdem kümmert er sich um die Verkehrssicherung und um den Wald an sich, damit die zukünftigen Generationen einen sehr gut beforsteten Wald haben.

Die Historie begann im 18. Jahrhundert. Zu der Zeit gab es in der Ohligser Heide dichte Laubwälder und unwegsame Moore, die von offenen Wasserflächen unterbrochen wurden. Damals wurde der Baumbestand jedoch sehr unsystematisch abgeholzt. Besonders die begehrten Eichen wurden für den Schiffsbau verwendet. Da es damals keine systematische Forstwirtschaft gab, wurden die abgeholzten Flächen zum Weiden der Tiere genutzt und die kleineren Äste und Stämme zum Heizen verwendet. Das hatte zur Folge, dass sich kein natürlicher Baumbestand bilden konnte. Weil der Boden arm an Nährstoffen war, konnte hier auch kein Ackerbau betrieben werden und so entstanden Ödflächen, durch die Schaafsherden zogen, die von der Besenheide besiedelt wurden.

Heide und Heidemoor sind unter Naturschutz

Ein wichtiger Schritt war es, dass die Heide- und Heidemoorflächen unter Naturschutz gestellt wurden. Dies erfolgte im Jahre 1936, zu Beginn wurden lediglich 28 Hektar geschützt. 1957 waren es bereits 137 Hektar. In dieser Zeit waren die Waldwege in einem Schachbrettmuster angeordnet, doch diese Anordnung ließ den Tieren keine Rückzugsmöglichkeiten, da die Menschen jeden Fleck in der Heide betreten konnten. Heute kann man noch immer die schachbrettmusterartigen Wege erahnen.

Die Ohligser Heide ist ein Moorgebiet, das auf gar keinen Fall austrocknen darf, damit die exotische Flora und Fauna nicht verschwindet. Aus diesem Grund hat die vermehrt auftretende Dürre in den Sommern der letzten Jahre den Stadtförstern einige Kopfschmerzen bereitet. Um das Austrocknen zu verhindern, werden Stauschwellen gebaut, welche das Wasser künstlich zurückhalten. Charakterpflanzen wie der Gagelstrauch (Myrica gale), verschiedene Torfmoose, Wollgras oder auch der Rundblättrige Sonnentau sind in der Ohligser Heide heimisch.

Der Förster möchte den Hundetreff freundlich darauf hinweisen, dass der Treffpunkt auf dem Sandhügel sehr ungünstig ist, weil dort Wildbienen leben, und durch das Betreten werden die Eingänge zu den Bauten der Bienen geschlossen. „Dadurch sinkt der Bestand der Wildbienen noch weiter, als er sowieso schon gesunken ist.“

Das Stadtförsterteam der Ohligser Heide plant einige Projekte, wie das Anlegen künstlicher Teiche für seltene Libellenarten oder auch ein Führungsschienensystem für Blinde, um die Heide etwas barrierefreier zu gestalten.

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