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Fördern Computerspiele Gewalt?

Die professionellen Meinungen zu Ego-Shootern gehen auseinander.

Von Kai Feller, 10 D/E, Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Da ist er. Der Terrorist schaut in geduckter Stellung neben einer Holzkiste hervor. Er lugt um die Ecke, das Maschinengewehr im Anschlag. Seine Tarnuniform spannt am Rücken, doch sie nützt ihm nichts. Kai schleicht sich von hinten an, lädt mit einem stillen „Klack“ sein Gewehr und drückt ab. Blut spritzt auf das Holz. Tod durch Kopfschuss.

Kai hat das nicht wirklich getan. Es ist nur ein Computerspiel und zwar „Counterstrike“, bei dem die Spieler als Terroristen und Soldaten einer Antiterroreinheit gegeneinander antreten. Solche „Ego Shooter“ haben einen schlechten Ruf.

Viele Politiker machen sie dafür verantwortlich, dass Jugendliche zu Amokläufern werden. Doch manche Wissenschaftler bezweifeln, ob Computerspiele mit Gewaltbezug wirklich gewalttätig machen.

Sie behaupten sogar, dass Computerspiele viele positive Effekte haben.

Sie sollen nützliche Fähigkeiten fördern, die man auch im Alltag braucht. Bei so einem Spiel geschehen viele Sachen auf einmal. Die Spieler müssen schnell Entscheidungen treffen und Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Diese Fähigkeit braucht man zum Beispiel auch beim Autofahren.

Bei Spielen wie „Counterstrike“ spielen mehrere Spieler zusammen. Sie sitzen aber nicht in einem Raum, sondern halten Kontakt übers Internet. Man sollte sich sehr gut absprechen, um als Team gut zu fungieren. Es fangen schon kinder (unter 16 Jahren) an „Ego Shooter Spiele“ zu spielen. Das heißt, dass es viele Kinder gibt, welche eines Tages echt gute Reflexe aufweisen können.

Es gibt typische klischees, wie zum Beispiel ein Computerfreak, welcher vor dem Monitor sitzt und sich Mordgedanken phantasiert.Wie bei jedem Hobby kommt es auf das richtige Maß an. Aber man sollte natürlich nicht, dass Onlinespiele über wichtigere sachen stellen, wie zum Beispiel die Schule, die Familie, oder den Sport.

Doch selbst exzessives Spielen produziert nicht unbedingt Amokläufer: Wissenschaftler verweisen darauf, dass im Leben von Jugendlichen, die wild um sich schießen, vieles gründlich schiefgelaufen ist. Oft sind erhebliche psychische Probleme im Spiel.

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