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Explosion in russischem Biowaffen-Labor - Forschungszentrum lagert Ebola und Pocken

Eine Explosion in einem russischem Biowaffen-Labor sorgt für Aufsehen. Das Forschungszentrum „Vektor“ ist auf Viren spezialisiert. Auch an Ebola wird dort gearbeitet.
Explosion in russischem Biowaffen-Labor - Forschungszentrum lagert Ebola und Pocken

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Faktencheck: Wie realistisch ist eigentlich „Alarm für Cobra 11“?

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Die Schauspieler Daniel Roesner als Polizist Paul Renner (l.) und Erdogan Atalay als Polizist Semir Gerkhan in der RTL-Action-Serie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“: Hier am Set der Folge „Most Wanted“.

Schießereien und Verfolgungsjagden fesseln Zuschauer. Die Realität sieht aber anders aus.

Von Leonie Winterberg, 8a, Leibniz-Gymnasium

Filmreife Verfolgungsjagden, brennende oder explodierende Autos, spektakuläre Schießereien und Dienstwagen jenseits der 100 000-Euro-Marke: Das ist der Alltag der „Kripo Autobahn“, glaubt man der erfolgreichen RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“.

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Nicht nur, dass keine „Kripo Autobahn“ existiert, es finden auch keine tagtäglichen Schießereien und Verfolgungsjagden statt. Ebenfalls gibt es pro Wache nicht nur eine Dienstgruppe oder gar Dienstwagen der Marke Porsche oder ähnliche Luxusmarken, wie man meinen könnte, wenn man die Fernsehserie sieht.

Die Polizisten schützen sich im Dienst durch Schusswesten

Eine Polizeisprecherin des Polizeipräsidiums Wuppertal teilte im Gespräch mit, dass dies nicht ansatzweise den Tatsachen entspreche. Vielmehr seien Verfolgungsjagden und Schießereien eher die Ausnahme. Ausdrücklich wurde darauf hingewiesen, dass Verfolgungsjagden eben gerade nicht spektakulär, sondern viel mehr sehr gefährlich seien – und den daran teilnehmenden Beamten allerhöchste Konzentration abverlangt werde.

Schließlich müsse man sich unter Wahrnehmung von Sonderrechten oftmals mit weit überhöhter Geschwindigkeit im Straßenverkehr bewegen, in dem es nicht umsonst feste Regeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, die gezwungenermaßen außer Acht gelassen werden müssen.

Die Streifenwagen verfügen zwar über Zusatzfunktionen wie Funk, Blaulicht, Sirene und Halterungen in den Türen für Maschinenpistolen, seien aber ansonsten ganz normal ausgestattete Pkw-Kombi beispielsweise der Marke BMW.

Die Polizisten schützten sich im Dienst durch Schusswesten, ihre Dienstwaffe, Schlagstock, Pfefferspray und intensives Training. Statistisch gesehen komme es im gesamten Einzugsgebiet NRW lediglich zu rund 80 Waffeneinsätzen pro Jahr. Auch seien diese nicht annähernd so spektakulär, wie dies in der Serie dargestellt werde.

Die tägliche Arbeit der Autobahnpolizei bestehe tatsächlich eher darin, Lkw zu kontrollieren und Unfälle aufzunehmen, die häufig aufgrund der hohen Geschwindigkeit auf Autobahnen schwerer ausfallen als in der Innenstadt.

2017 kam es auf Autobahnen in NRW bereits zu 194 schweren Lkw-Unfällen, 2013 waren es „nur“ 135.

Außerdem versicherte ein Dienstgruppenleiter der Hauptwache Elberfeld am Hofkamp, dass die Polizeiarbeit zwar sehr vielseitig und teilweise auch gefährlich sei, aber auch aus Büroarbeit und diversen Routineeinsätzen bestehe – wie die Verfolgung von Ladendiebstählen oder Drogendelikten.

Insgesamt kann man daher feststellen, dass die Serie zwar sehr actionreich und spannend ist, tatsächlich aber weder realitätsnah, noch mit den Aufgaben der Autobahnpolizei oder Schutzpolizei auch nur annähernd vergleichbar ist.

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