Fahnder sind Taschendieben auf den Fersen

Bahnhöfe sind beliebte Ziele von Langfingern

Von Julian Wolber, 8b, Humboldtgymnasium

Ich treffe mich mit dem Fahnder Klaus Schmidt (Name von der Redaktion geändert) in einem Hauptbahnhof. Zuerst erklärt mir der junge Mann, dass die Diebstahlzahlen in NRW im Bundesvergleich sehr hoch sind. Am häufigsten wird in Großstädten gestohlen und an Orten, wo viele Menschen unterwegs sind, wie etwa in Fußgängerzonen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Gerade das Gedränge beim Ein- und Ausstieg in den Bus oder die Bahn macht die Reisenden zu leichten Opfern.

In NRW besteht die Besonderheit, dass viele große Metropolen nah beieinander liegen und dadurch schnell zu erreichen sind. Durch diese kurzen Wege von Stadt zu Stadt haben sich auch viele Taschendiebstahlbanden diese Region als ihr Gebiet ausgesucht. Um den Dieben professionell entgegenzutreten, wurde eine Fahndungs- und Ermittlungsgruppe Taschendiebstahl der Bundespolizei in NRW gegründet.

Die Taschendiebstahlfahnder halten sich in unauffälliger Kleidung dort auf, wo viele Menschen zusammenkommen. Mit ihrem geschulten Auge filtern sie vermeintliche Taschendiebe aus den Menschenmengen heraus und observieren sie unauffällig. Hierbei sind die Fahnder immer mit mehreren Beamten unterwegs.

Über meinen geliehenen Kopfhörer höre ich plötzlich eine Stimme, die über drei verdächtige Personen auf Gleis 5 berichtet. Es erfolgt eine Personenbeschreibung und der Beamte ergänzt, dass sich das Trio in unmittelbarer Nähe zu einer älteren Dame gestellt hat. Die Dame trägt einen kleinen Rucksack auf ihrem Rücken und hat einen großen Trolley neben sich. Der Bahnsteig ist gut gefüllt. In wenigen Augenblicken fährt der ICE nach Berlin in das Gleis ein. Aufgeregt folge ich dem mir zugeteilten Fahnder. Auf dem Gleis angekommen, sehe ich die beschriebenen Personen.

Der Zug fährt ein und ich höre einen Beamten die Situation am Einstieg beschreiben: „Die ältere Frau zieht ihren Trolley hinter sich her und geht in Richtung der nächsten Tür. Die drei Verdächtigen folgen der Frau.“ Ich sehe eine der Frauen, wie sie ihren großen Schal vom Hals nimmt und sich die Enden vor die Brust zieht. An der Tür angekommen, hebt die ältere Dame ihren Trolley an, um in den Zug einzusteigen. Eine der jungen Frauen überholt die Dame, greift den Koffer und hebt ihn mit auf die Stufen. Die zweite Verdächtige tritt in diesem Moment direkt hinter die Dame und greift unter ihrem Schal in Richtung des Rucksacks. Der dritte Verdächtige stellt sich direkt hinter die Schalträgerin und sieht sich nach allen Seiten um. Alle vier sind jetzt im Zug und ich kann Niemanden mehr sehen. Plötzlich höre ich über Funk: „Vollendung, Festnahme!“ Einige Sekunden später steigen die drei Verdächtigen und einige Fahnder aus dem Zug und gehen zur Dienststelle. Erwischt!

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