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Eine Schule, die ohne Fächer funktioniert?

Von Leon Conti, 9d, Realschule Vogelsang

Im Bereich Schule ist Finnland für Deutschland ein großes Vorbild, aber dieses Mal ist es andersherum. Eine kleine Grundschule hat einen Schritt gemacht, bei dem alle Schulfächer abgeschafft worden sind und stattdessen Phänomenen-Unterricht und Gruppenarbeit gelehrt wird.

Der Vorteil dabei ist, dass die Kinder weniger beziehungsweise gar keinen Druck haben, aber dies wird sich nach Abschluss der Grundschule ändern, denn in der weiterführenden Schule werden sie umso mehr Druck haben, wenn sich dieses Verfahren der Schulbildung nicht durchsetzt und es wieder reguläre Fächer gibt.

Dies kennen die Schüler nicht und müssen somit mehr Zeit ihrer Freizeit opfern, damit sie die Themen in der Schule beherrschen. Ein anderes Argument für die Abschaffung der Fächer Deutsch, Englisch, Mathematik liegt eindeutig auf der Hand: Klassenarbeiten oder Testes müssen nicht geschrieben werden und somit müssen die Lehrer ihre Schüler nicht benoten.

Weiterhin hätte die Abschaffung den Vorteil, dass die Schüler viel praktisch und oft in Gruppen arbeiten, das würde enorm die Gemeinschaft stärken und man würde selbstsicherer sein. Eine internationale Studie hat gezeigt, dass in keinem anderen Land, wie in Deutschland, die Kinder so ungerne zur Schule gehen, was sich ohne Schulfächer ändern könnte.

In der Pisa-Studie steht Finnland immer ganz oben, doch was ist, wenn sich diese Art von Schulbildung in Deutschland zuerst durchsetzt? Dann können nämlich die Deutschen von sich behaupten: „Wir sind endlich ganz oben angekommen!“

Doch wenn sich diese Idee nicht durchsetzt und es nur ein paar Grundschulen gibt, die diese Schiene fahren, dann ist zu befürchten, dass die Kinder ab der fünften Klasse einem enormen Druck ausgesetzt werden. Im Endeffekt bringt es für die Schüler mehr Nachteile mit sich, weil sie nicht lernen, wie man zum Beispiel eine Quadratwurzel berechnet oder vielleicht einen Kommentar in Deutsch schreibt.

Doch wenn sich die Abschaffung der Fächer in allen Schulen durchsetzen sollte, dann wäre es für die Kinder zwar eine enorme Erleichterung, weil es in der Schule viel leichter wäre mitzukommen und dem Unterrichtsstoff zu verfolgen, aber die Ausbildungsbetriebe müssten mit weniger qualifizierten Leuten rechnen. Und welcher Ausbilder will schon einen unqualifizierten Azubi in seinem Betrieb? Wohl kaum einer!

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