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Eine gute Alternative zum natürlichen Weg

Viele Menschen nutzen Gentechnologie, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Von Lisa Luhnen, 10 A/C, Geschwister-Scholl-Gesamtschule

Um in Deutschland eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehen zu dürfen, muss man mindestens ein Jahr lang versucht haben, schwanger zu werden. Dies besagt jedenfalls die Regelung. Dennoch liegt die Erfolgsrate hierzulande gerade einmal bei 20 bis 30 Prozent. Trotzdem nutzen viele Paare die Gentechnologie, um sich ihren Kinderwunsch endlich erfüllen zu können.

Wir treffen Prof. Dr. Fischer (Name geändert) in der Uniklinik Köln. „Bei der sogenannten Reproduktion findet die Befruchtung außerhalb des Körpers statt. Die Eizelle wird in einem Reagenzglas durch Sperma befruchtet, das durch Masturbation oder durch direkte Entnahme aus dem Hoden erworben wird. Diese Spermien dringen dann entweder selbständig in die Eizelle ein oder werden injiziert. Dann wird die befruchtete Eizelle während der fruchtbaren Tage der Frau in die Gebärmutter eingeführt“ erklärt uns Prof. Dr. Fischer.

Doch künstliche Befruchtung ist nicht gleich künstliche Befruchtung. „Es gibt zum einen die homologe Insemination, bei der die Mutter und der zukünftige Vater ein Paar sind. Die donogene, heterologe Insemination ist eine Befruchtung durch einen anonymen Samenspender.“

Die künstliche Befruchtung wird oft kritisiert, erfahre ich. „Sowohl die Patienten als auch die Ärzte handeln oft verantwortungslos.“ Im Februar 2009 gab es einen Fall, bei dem eine alleinerziehende Mutter mit bereits sechs Kindern mithilfe der künstlichen Befruchtung Achtlinge zur Welt brachte. Heftige Diskussionen über die Verantwortlichkeit des Arztes, der schon einmal einer 47-Jährigen Frau acht Embryonen einpflanzte, brachen aus. Es läuft sogar ein Verfahren gegen ihn.

2006 gab es einen weiteren Sonderfall: Maria del Carmen Bousada gebar mit 67 Jahren durch eine künstliche Befruchtung Zwillinge. Das Alter allein ist schon kritisch, aber als die Frau zwei Jahre später mit 69 Jahren an Krebs stirbt und die Kinder mit zwei Jahren als Vollwaisen gelten sind die Behörden fassungslos.

Prof. Dr. Fischer erinnert sich. „Damals habe ich gerade erst angefangen, ich war noch ein Embryo der Wissenschaft. Hahahaha!“ Vor allem eben die Großzügigkeit der Ärzte ist erschreckend und meistens der Grund für solche Fälle. Außerdem sind die Paare oft starker psychischer und körperlicher Belastung ausgesetzt, auf die sie einfach zu wenig vorbereitet wurden.

Und doch ist die künstliche Befruchtung für viele Paare eine Alternative, wenn sich der Wunsch nach eignen Kindern auf natürliche Weise nicht erfüllen lässt. Prof. Dr. Fischer hofft für die Zukunft auf verantwortungsvollere Entscheidungen der Ärzte und Patienten.

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