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Einblick in die Jugendvollzugsanstalt

Von Paulina Lichte, 8f, Friedrich-Albert-Lange-Schule

Letztes Schuljahr hat die FALS im Rahmen der Projektwoche ein Theaterprojekt zum Thema ,,Kindergefängnisse auf den Philippinen“ aufgeführt. Wie sieht das in Deutschland aus? Bei uns gibt es neben Jugendvollzugsanstalt auch den Jugendarrest. Die Jugendlichen bleiben dort wenige Tage bis zu vier Wochen, durchschnittlich circa zwei Wochen.

In der Jugendarrestanstalt Remscheid können bis zu 70 jugendliche Jungen zwischen 14 und 24 Jahren sein. In der Regel ist es in den Schulferien am vollsten. In der JAA arbeiten über 30 Mitarbeiter, wie Sozialarbeiter, Verwaltungsangestellte, eine Lehrerin und an mehreren Tagen in der Woche ein Geistlicher der evangelischen Kirche und eine Ärztin.

Wie sieht der Tagesablauf aus? Um 6.15 Uhr startet der Tag eines Jugendlichen mit dem Aufstehen. Es gibt um 6.45 Uhr Frühstück und um 7.45 Uhr ist Hofgang auf dem Sportplatz. Dann finden Workshops statt, zum Beispiel Deutschkurse, Drogenberatungsgespräche. Bewerbungstrainings, gesundheitliche Aufklärung, Gespräche mit Psychologen und die Mitarbeit in der großen Holzwerkstatt.

Um 12 Uhr gibt es ein gemeinsames Mittagessen im großen Speisesaal. Nach dem Mittagessen haben die Jugendlichen die Möglichkeit wieder an einem Workshop teilzunehmen. Neben den Gruppen vom Vormittag finden auch viele Sportangebote wie Yoga, Medienberatungen und Angebote der Gewaltprävention statt. Danach haben sie Zeit zu putzen oder zu duschen bis es um 17 Uhr Abendessen gibt. Im Anschluss können die Jugendlichen sich treffen.

Die meisten Jugendlichen sind in Einzelzimmern untergebracht

Um 18.30 Uhr sollen dann alle wieder im Zimmer sein. Es gibt dort vor allem Einzelzimmer. Aber nicht alle müssen zu jeder Zeit beschäftigt sein, der Arrest ist auch eine Zeit um nachzudenken: Warum bin ich hier? Was will ich ändern? Wer kann mir helfen? Die Jugendlichen können auch außerhalb der JAA an Aktionen teilnehmen und zum Beispiel wandern und Fahrrad- oder Kanufahren.

Feste wie Ostern oder Nikolaus werden auch gefeiert: Das gleiche gilt auch für andere Glaubensrichtungen. An Weihnachten ist die JAA geschlossen, da die Jugendlichen an Weihnachten bei ihrer Familie sein sollen. Man kommt meistens in die JAA wenn man die Sozialstunden nicht macht oder auch direkt wenn man etwas sehr Schlimmes gemacht hat. Die meisten Jungen kommen aber wegen nicht gemachten Sozialstunden oder anderer Auflagen des Richters. Es gibt fünf Jugendarrestanstalten in NRW, vier davon nur für Jungen und eine nur für Mädchen.

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