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Regierungskrise in Thüringen: Irre Wende - Ramelow schlägt Lieberknecht als Ministerpräsidentin vor

Am Montagabend kommen Rot-Rot-Grün und die CDU zusammen, um eine Lösung für die Thüringer Regierungskrise zu finden. Die FDP ist nicht mit an Bord. 
Regierungskrise in Thüringen: Irre Wende - Ramelow schlägt Lieberknecht als Ministerpräsidentin vor

Die Chronik eines bewegten Lebens

ZiSch-Reporter Nils Schneider berichtet über die Geschichte seines Vorfahren Karl Schneider.

Von Nils Schneider, 8b, Gymnasium Schwertstraße

Zweiter Bürgermeister von Wald, beinahe der frühe Tod, Abgeordneter gewählt auf zwölf Jahre, später auf Lebenszeit, nach dem Zusammenschluss Solingens Direktor des Wohlfahrtsamtes, dann Geschädigter der Nazi-Zeit und anschließend wieder Direktor des Wohlfahrtsamtes.

Nein, langweilig war Karl Schneiders Leben keineswegs, und so verwundert es nicht, dass er beliebt in Solingen und Umgebung war. Einer dieser sozialen SPD-Mitglieder. Der Erste Weltkrieg ist noch gar nicht so lange vorbei und die Briten besetzten das Rheinland und somit auch Solingen. Einige Solinger hatten wohl etwas dagegen und machten Randale. Dabei zündeten sie Wagen der britischen Armee an.

Eine kleine Gruppe randalierender Solinger gegen ein ganzes britisches Armeekorps – ein sehr ungleicher Kampf. Natürlich dauert es nicht lange, bis sie hinter schwedischen Gardinen saßen. Brutal wie die damalige Zeit fällt auch das Urteil des Kriegsgerichtes aus: Sie sollen hingerichtet werden. Aber wenn Sie jetzt denken, unter dieser Gruppe sitzt Karl Schneider und das Kriegsgericht überdenkt seine Entscheidung noch mal, gibt ihnen eine Haftstrafe, nach der die politische Karriere Karl Schneiders ihren Lauf nimmt, dann haben Sie die Wahrheit extrem weit verfehlt.

Zu dem Zeitpunkt ist Karl Schneider längst zweiter Bürgermeister, der bis dato selbstständigen Stadt Wald, und einen Ausweg aus der Hinrichtung gibt das Kriegsgericht von Anfang an: Der erste Bürgermeister von Wald soll 10 Meter vor den Besatzern auf Knien rutschen. Das heißt, man geht auf hartem Asphalt in der Öffentlichkeit in Krabbelposition und schiebt sich zehn Meter über diesen Asphalt.

Warum sollte er sowas machen? Nun ja, es ist sehr demütigend, wenn man dies als hohe Respektsperson macht. So dachte auch der damalige Bürgermeister von Wald und wollte sie einfach hinrichten lassen. Aber Karl Schneider war ein sehr sozialer Mann. Er gab sich einfach als erster Bürgermeister von Wald aus und rutschte diese zehn Meter.

Die Briten lösten ihr Versprechen ein und sahen von einer Hinrichtung ab. Was wäre wohl geschehen, wenn die Briten die Wahrheit herausgefunden hätten? Wahrscheinlich wäre Karl Schneider gleich mit hingerichtet worden und ich säße heute nicht hier.

1933 kamen die Nazis an die Macht. Am Ende war Karl Schneider ein „Geschädigter des nationalsozialistischen Terrorregimes“. Vier Jahre nach dem Krieg ist auch Karl Schneider ein paar Jahre wieder Direktor des Wohlfahrtsamtes bis er entlassen wird. Er verstarb 1961. Wer war Karl Schneider? Was hinterlässt er uns? Er war ein Musterbeispiel für Nächstenliebe.

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